Strom sparen: Die besten Tipps für weniger Verbrauch

Wer Strom sparen möchte, sollte nicht nur auf Kühlschrank, Geschirrspüler und Waschmaschine schauen. Welche Geräte viel verbrauchen, wo sich Änderungen lohnen und welche Möglichkeiten es bei Solarstrom, Tarifen und eigener Stromerzeugung gibt, zeigt dieser Ratgeber.

Welche Stromfresser treiben den Verbrauch nach oben?

Wer Strom sparen möchte, sollte zuerst auf die Bereiche mit hohem Verbrauch schauen.

Große Küchengeräte sind nicht automatisch die größten Stromverbraucher. Auch Fernseher, Computer, Spielekonsolen oder Router summieren sich über viele Stunden Betriebszeit. Entscheidend ist die Leistung eines Geräts und wie lange es täglich läuft.

Es ist nicht sinnvoll, einfach jedes alte Gerät austauschen. Erst sollte feststehen, welches Gerät tatsächlich viel Strom verbraucht und wie hoch die mögliche Ersparnis ausfällt. Ein digitaler Stromzähler* liefert dafür konkrete Zahlen.

Das Messgerät wird zwischen Steckdose und Gerät gesteckt und zeigt den Verbrauch an. Bei Kühlschrank, Fernseher, Computer oder Waschmaschine lohnt sich eine Messung über einen längeren Zeitraum, weil der Verbrauch je nach Betriebszustand schwankt. So lässt sich auch gut abschätzen, was ein Gerät pro Jahr kostet.

Wer den Verbrauch einzelner Geräte kennt, sieht schnell, wo sich eine Änderung lohnt und wo der Aufwand kaum etwas bringt.

Strom selber erzeugen: Wann lohnt sich eigener Solarstrom?

Wer seinen Stromverbrauch bereits im Blick hat, kann einen Schritt weitergehen und selbst Strom erzeugen. Photovoltaik nutzt Sonnenlicht zur Stromproduktion und eignet sich längst nicht nur für Einfamilienhäuser mit großem Dach.

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt deutlich mehr Strom als ein Balkonkraftwerk. Entscheidend ist allerdings, wie viel davon direkt im Haushalt genutzt werden kann. Wer tagsüber Waschmaschine, Geschirrspüler oder andere Geräte laufen lässt, erhöht den Eigenverbrauch.

Ein Balkonkraftwerk kommt auch für Mietwohnungen oder Haushalte ohne eigenes Dach infrage. Die Anlage speist Solarstrom direkt in den Haushalt ein und reduziert damit den Strombezug aus dem Netz.

Wir halten es für sinnvoll, zuerst den eigenen Stromverbrauch anzuschauen und erst danach über die passende Anlage nachzudenken. Eine größere Photovoltaikanlage ist nicht automatisch die bessere Wahl, wenn ein Haushalt nur wenig Strom verbraucht.

Mit Solar Strom selber erzeugen: 3 Möglichkeiten

Stromspeicher: Solarstrom für später speichern

Eine Photovoltaikanlage produziert den meisten Strom tagsüber. Der Verbrauch im Haushalt liegt aber nicht immer zur selben Zeit. Ein Stromspeicher nimmt überschüssigen Solarstrom auf und stellt ihn später wieder bereit.

Das ist vor allem interessant, wenn abends regelmäßig Strom benötigt wird. Dann lässt sich mehr selbst erzeugter Solarstrom nutzen, statt ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen.

Ein Speicher kostet allerdings Geld und verursacht selbst Energieverluste. Deshalb sollte die Größe zum eigenen Stromverbrauch und zur Photovoltaikanlage passen.

Einen Stromspeicher würden wir nicht pauschal als Pflicht für jede Photovoltaikanlage sehen. Wer nur wenig Strom verbraucht oder tagsüber viel davon nutzt, kommt unter Umständen auch ohne Batteriespeicher auf einen hohen Eigenverbrauch.

Ökostrom: Was bringt ein Wechsel?

Wer Strom sparen möchte, denkt zuerst an einen geringeren Verbrauch. Ein Wechsel zu Ökostrom senkt den Verbrauch allerdings nicht. Er verändert, woher der bezogene Strom stammt.

Ökostromtarife beziehen sich auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind, Sonne oder Wasserkraft. Für die eigene Stromrechnung bleibt entscheidend, wie viel Kilowattstunden im Haushalt verbraucht werden.

Beim Tarifvergleich lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Herkunft und die Kriterien des jeweiligen Angebots. Der Begriff „Ökostrom“ allein sagt noch nicht, welche Wirkung der Tarif tatsächlich entfaltet.

Echter Ökostrom: Woran du ihn erkennst

 

Ökostrom-Siegel: Welche Kennzeichnung hilft beim Tarifvergleich?

Nicht jeder Ökostromtarif setzt dieselben Schwerpunkte. Ein Blick auf ein anerkanntes Ökostrom-Siegel kann deshalb helfen, Angebote besser einzuordnen. Zu den bekannten Kennzeichnungen gehören etwa das Grüner Strom Label und das ok-power-Siegel.

Die Kriterien gehen über die reine Herkunft des Stroms hinaus. Je nach Siegel spielen auch Investitionen in neue Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien oder weitere Anforderungen an den Anbieter eine Rolle.

Wer einen Tarif wechseln möchte, sollte deshalb nicht nur auf den Preis pro Kilowattstunde schauen. Ein Siegel ist aus unserer Sicht ein guter Ausgangspunkt, ersetzt den Blick auf die konkreten Tarifbedingungen aber nicht. Auch Vertragslaufzeit, Grundpreis und Kündigungsfristen gehören zum Vergleich. Ein günstiger Ökostromtarif kann sonst am Ende teurer ausfallen als erwartet.

Dynamischer Stromtarif: Lässt sich damit Strom günstiger nutzen?

Bei einem dynamischen Stromtarif verändert sich der Arbeitspreis regelmäßig und orientiert sich am Börsenstrompreis. Wer seinen Verbrauch in günstige Zeiten verschiebt, kann dadurch seine Stromkosten beeinflussen.

Das funktioniert vor allem mit Geräten, deren Nutzung sich zeitlich verschieben lässt. Waschmaschine, Geschirrspüler oder das Laden eines Elektroautos müssen nicht zwingend genau dann laufen, wenn der Strompreis besonders hoch ist.

Ein solcher Tarif passt nicht automatisch zu jedem Haushalt. Wer nur wenig Strom verbraucht oder kaum Einfluss auf seine Verbrauchszeiten hat, hat weniger Spielraum.

Strom sparen beim Kochen

Beim Kochen kannst du Strom sparen, ohne Mahlzeiten komplett umzustellen. Schon die Wahl des Kochfelds, etwa Induktion oder Gas, sowie die passende Größe des Kochgeschirrs machen einen Unterschied.

Ein Wasserkocher erhitzt Wasser meist schneller und mit weniger Energie als ein Topf auf dem Herd. Auch ein Deckel auf dem Topf sorgt dafür, dass Wasser schneller kocht und weniger Energie, etwa beim Kochen von Nudeln oder Kartoffeln, verbraucht wird.

Der Backofen muss nicht immer vorgeheizt werden. Bei vielen Gerichten reicht es, die Speise direkt hineinzustellen und die Garzeit entsprechend anzupassen.

Strom sparen beim Waschen

Die Waschmaschine läuft in vielen Haushalten mehrmals pro Woche. Entsprechend lohnt sich ein Blick auf Waschtemperatur, Programm und Beladung.

30 oder 40 Grad reichen für viele alltägliche Wäschestücke aus. Höhere Temperaturen brauchen mehr Energie, weil das Wasser stärker erhitzt werden muss. Für Handtücher, Bettwäsche oder stark verschmutzte Wäsche kann eine höhere Temperatur trotzdem sinnvoll sein.

Auch das Eco-Programm verdient einen Blick. Es dauert häufig länger als ein Kurzprogramm, verbraucht dabei aber weniger Energie. Die längere Laufzeit bedeutet also nicht automatisch einen höheren Stromverbrauch.

Die Maschine sollte außerdem möglichst voll beladen werden, ohne die Trommel zu überfüllen. Wer häufig nur wenige Kleidungsstücke wäscht, verschenkt einen Teil des möglichen Einsparpotenzials.

Strom sparen beim Trocknen

Ein Wäschetrockner gehört zu den Geräten, bei denen sich der Stromverbrauch schnell summiert. Wer seine Wäsche möglichst oft auf dem Wäscheständer im Garten oder auf dem Balkon trocknet, spart deshalb am meisten Energie.

Ganz auf den Trockner verzichten muss trotzdem niemand. Wir würden bei häufigem Trocknen auf ein Gerät mit Wärmepumpentechnik setzen. Diese Trockner arbeiten deutlich sparsamer als ältere Modelle mit herkömmlicher Technik.

Auch die Waschmaschine spielt hier eine Rolle. Je höher die Schleuderdrehzahl, desto weniger Wasser bleibt in der Wäsche. Der Trockner muss dann weniger Feuchtigkeit entfernen und läuft entsprechend kürzer.

Tipp: Das Flusensieb sollte regelmäßig gereinigt werden. Eine saubere Luftführung unterstützt den Trockner bei seiner Arbeit und verhindert unnötig lange Laufzeiten.

Strom sparen mit dem Kühlschrank

Der Kühlschrank läuft rund um die Uhr. Schon deshalb lohnt sich ein Blick auf Temperatur, Standort und Zustand des Geräts.

Für den Kühlschrank sind meist 4 bis 7 °C im Innenraum ausreichend. Eine niedrigere Einstellung erhöht den Stromverbrauch, ohne dass die Lebensmittel dadurch länger frisch bleiben. Im Gefrierfach sind etwa -18 °C ausreichend.

Auch der Standort zählt. Steht der Kühlschrank direkt neben Herd, Heizung oder in der Sonne, muss er mehr Wärme abführen. Ein paar Zentimeter Abstand zur Wand helfen außerdem dabei, dass die Abwärme besser entweicht.

Die Tür sollte nicht länger als nötig offen stehen. Wer warme Speisen erst abkühlen lässt, bevor sie in den Kühlschrank kommen, erspart dem Gerät zusätzliche Arbeit.

Bei einem alten Kühlschrank lohnt sich ein Vergleich mit einem modernen Modell. Ein Austausch ist aus unserer Sicht aber erst dann sinnvoll, wenn der tatsächliche Verbrauch des alten Geräts bekannt ist und die mögliche Ersparnis den Kaufpreis rechtfertigt.

Strom sparen im Homeoffice

Im Homeoffice laufen oft mehrere Geräte über viele Stunden: Computer, Monitor, Drucker, Schreibtischlampe und vielleicht noch ein zweiter Bildschirm. Gerade bei einem festen Arbeitsplatz lohnt es sich deshalb, den täglichen Verbrauch einmal genauer anzuschauen.

Ein kleiner Laptop benötigt in der Regel weniger Strom als ein leistungsstarker Desktop-PC. Auch beim Monitor lässt sich etwas sparen, wenn er nach Feierabend nicht dauerhaft eingeschaltet bleibt. Drucker und andere Geräte müssen ebenfalls nicht den ganzen Tag im Stand-by laufen, wenn sie nur gelegentlich gebraucht werden.

Es zählt die tatsächliche Nutzung. Wer acht Stunden täglich am Arbeitsplatz sitzt, sollte zuerst die Geräte betrachten, die während dieser Zeit durchgehend laufen. Bei gelegentlicher Arbeit von zu Hause fällt der Unterschied entsprechend kleiner aus.

Strom sparen bei der Beleuchtung

Die Beleuchtung gehört zu den Bereichen, in denen sich der Stromverbrauch ohne großen Aufwand reduzieren lässt. Vor allem ältere Glühlampen und Halogenlampen benötigen deutlich mehr Energie als moderne LED-Lampen.

LEDs eignen sich inzwischen für fast alle Räume und gibt es in unterschiedlichen Helligkeiten und Lichtfarben. Beim Austausch muss deshalb nicht auf angenehmes Licht verzichtet werden.

Noch einfacher: Licht ausschalten, wenn es nicht gebraucht wird. In Räumen, die nur kurz genutzt werden, muss die Beleuchtung nicht dauerhaft eingeschaltet bleiben. Tageslicht kann ebenfalls oft einen Teil der künstlichen Beleuchtung ersetzen.

Wir empfehlen, zuerst die Lampen austauschen, die besonders häufig und lange eingeschaltet sind.

Strom sparen beim Geschirrspülen

Ein Geschirrspüler verbraucht vor allem dann unnötig viel Strom, wenn er halb leer läuft. Die Maschine sollte deshalb möglichst erst gestartet werden, wenn sie gut gefüllt ist. Das Geschirr muss dabei nicht vorgespült werden – grobe Essensreste zu entfernen, reicht in der Regel aus.

Das Eco-Programm braucht oft länger als ein Kurzprogramm. Dafür arbeitet es mit niedrigeren Temperaturen und benötigt weniger Energie. Die lange Laufzeit ist also kein Hinweis auf einen höheren Verbrauch.

Auch die Trocknungsfunktion kann Strom benötigen. Wer nicht auf eine vollständig trockene Maschine angewiesen ist, kann das Geschirr nach dem Programmende einfach an der Luft nachtrocknen lassen.

Es lohnt sich beim Geschirrspüler, auf die Häufigkeit der Nutzung und das gewählte Programm zu achten. Ein möglichst kurzes Programm ist nicht automatisch die sparsamste Wahl.


Strom sparen bei Warmwasser und Durchlauferhitzer

Warmes Wasser kann den Stromverbrauch deutlich erhöhen, wenn es elektrisch erzeugt wird. Das gilt besonders für Haushalte mit einem Durchlauferhitzer oder einem elektrischen Warmwasserspeicher.

Eine kürzere Dusche und ein Sparduschkopf reduzieren die benötigte Wassermenge und damit auch die Energie, die für das Erwärmen des Wassers nötig ist. Auch beim Händewaschen muss nicht jedes Mal warmes Wasser laufen.

Bei einem Durchlauferhitzer kann außerdem die eingestellte Temperatur eine Rolle spielen. Eine unnötig hohe Temperatur bedeutet, dass mehr Energie für das Erwärmen des Wassers benötigt wird.

Setze zuerst beim Verbrauch an und nicht bei technischen Lösungen. Wer weniger warmes Wasser benötigt, spart unabhängig davon, welches Gerät es erwärmt.

Strom sparen bei Unterhaltungselektronik und Stand-by

Fernseher, Spielekonsolen, Computer, Lautsprecher und andere Geräte laufen in vielen Haushalten täglich mehrere Stunden. Manche bleiben auch nach dem Ausschalten mit dem Stromnetz verbunden. Der einzelne Verbrauch wirkt dabei oft gering. Über viele Stunden und Geräte hinweg kann er sich trotzdem summieren.

Eine schaltbare Steckdosenleiste kann mehrere Geräte gleichzeitig vom Netz trennen. Das bietet sich besonders bei Fernsehern oder Arbeitsplätzen an, an denen mehrere Geräte zusammengehören.

Strom der Zukunft: Wie verändert sich unser Stromverbrauch?

Strom wird künftig stärker mit anderen Bereichen des Alltags verknüpft sein. Photovoltaikanlagen erzeugen Energie zu bestimmten Zeiten, Elektroautos können flexibel geladen werden und Wärmepumpen benötigen Strom für die Wärmeversorgung. Gleichzeitig schwankt die Erzeugung aus Wind und Sonne.

Smart Meter können dabei helfen, den eigenen Verbrauch genauer zu erfassen. Zusammen mit dynamischen Stromtarifen entsteht mehr Spielraum, bestimmte Geräte dann laufen zu lassen, wenn Strom günstig verfügbar ist.

Auch die eigene Stromerzeugung wird für mehr Haushalte interessant. Wer Solarstrom produziert, kann einen Teil des Verbrauchs direkt decken und seinen Netzbezug verringern.

Die Energiewende ist für uns kein Grund, den gesamten Haushalt technisch aufzurüsten. Nicht jede neue Technologie passt zu jeder Wohnsituation. Entscheidend bleibt, was tatsächlich gebraucht wird und welche Lösung zum eigenen Verbrauch passt.


Häufige Fragen zu Strom sparen

Wie viel Strom spart man mit einem Stromsparprogramm bei Waschmaschine und Geschirrspüler?

Wie viel Strom sparen lässt sich mit Eco-Programmen tatsächlich? Entscheidend sind Programm, Gerät, Temperatur und Beladung. Eco-Programme laufen häufig länger, benötigen aber weniger Energie. Ein kurzer Wasch- oder Spülgang ist deshalb nicht automatisch sparsamer. Für eine realistische Einschätzung lohnt sich der Vergleich des tatsächlichen Verbrauchs pro Durchlauf.

Wie viel Strom sparen Haushalte mit wenigen Personen im Vergleich zu größeren Haushalten?

Ein Einpersonenhaushalt verbraucht meist weniger Strom als eine Familie, allerdings nicht automatisch proportional weniger. Kühlschrank, Router oder Waschmaschine benötigen unabhängig von der Personenzahl Energie. Entscheidend ist, welche Geräte vorhanden sind und wie häufig sie genutzt werden.

Lässt sich mit einem Strommessgerät zuverlässig feststellen, wo sich Strom sparen lässt?

Bei einzelnen Geräten liefert es konkrete Verbrauchswerte und kann versteckte Dauerverbraucher sichtbar machen. Für Geräte mit wechselndem Verbrauch sollte über einen längeren Zeitraum gemessen werden. Bei fest angeschlossenen Verbrauchern sind andere Messverfahren erforderlich.

Ab wann lohnt sich ein Austausch alter Elektrogeräte, um Strom zu sparen?

Entscheidend sind der Verbrauch des alten Geräts, die erwartete Einsparung des neuen Modells, der Kaufpreis und die verbleibende Nutzungsdauer. Ein energieeffizienteres Gerät ist nicht automatisch wirtschaftlicher, wenn das vorhandene noch wenig genutzt wird.

Wie viel Strom spart man mit einem günstigeren Stromtarif?

Ein geringerer Verbrauch reduziert die benötigten Kilowattstunden, ein günstiger Tarif verändert den Preis pro Kilowattstunde beziehungsweise die Grundkosten. Für die tatsächliche Ersparnis müssen daher Verbrauch und Tarif gemeinsam betrachtet werden.

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