Rettet das Huhn: Hühner adoptieren statt essen?

Rund 12.000 Legehennen vermittelt Rettet das Huhn nach eigenen Angaben jedes Jahr in ein neues Zuhause. Die Tiere stammen aus der Eierproduktion und dürfen nach ihrer Vermittlung als Haustiere weiterleben. Wer Hühner aufnehmen möchte, braucht allerdings mehr als einen Garten und einen guten Vorsatz.

Was macht der Verein Rettet das Huhn?

Rettet das Huhn übernimmt Legehennen, die in der Eierproduktion nicht mehr gebraucht werden. Der Verein holt die Tiere aus landwirtschaftlichen Betrieben und vermittelt sie anschließend an private Halter.

Für die Hennen beginnt damit ein völlig anderer Lebensabschnitt. Sie kommen aus einer Haltung, in der ihre Legeleistung im Mittelpunkt stand, und leben danach als Haustiere weiter.

Die Tiere werden nicht verkauft. Wer Hühner übernimmt, schließt mit dem Verein einen Schutzvertrag ab. Darin stehen unter anderem Regeln zur Haltung und zum weiteren Umgang mit den Hennen.

Die Arbeit des Vereins löst das Problem der industriellen Eierproduktion natürlich nicht. Nach einer Rettungsaktion wird der Stall wieder mit Junghennen besetzt. Trotzdem macht die Vermittlung für jedes einzelne Huhn einen konkreten Unterschied. Genau das sollte bei der Frage, ob sich eine Adoption lohnt, nicht untergehen.

Rettet das Huhn verbindet die Vermittlung deshalb auch mit Aufklärung. Wer ehemalige Legehennen selbst erlebt, bekommt einen anderen Blick auf die Tiere hinter der Eierproduktion. Das kann durchaus Anlass sein, den eigenen Eierkonsum zu hinterfragen.

Hühner als Haustiere? Hühner haben in der Gesellschaft nicht wirklich eine Lobby, für die meisten Menschen sind sie Grillhühnchen, Chicken Nuggets oder ein unermüdlicher Eierproduzent. Dabei steckt so viel mehr hinter dieses putzigen Tieren. Hühner sind sehr sozial, relativ einfach in der Haltung und mögen je nach Charakter sogar kleine Kuscheleinheiten mit dem Menschen.

Adoption über Rettet das Huhn?

Wer Rettet das Huhn nutzen möchte, um Legehennen aufzunehmen, wendet sich zunächst an eine regionale Ansprechperson des Vereins. Dort erfährst du, wann in deiner Region eine Vermittlung geplant ist und ob noch Plätze frei sind.

Für die Bewerbung gibt es ein Kontaktformular. Anschließend möchte der Verein Fotos vom künftigen Zuhause sehen. Darauf sollten unter anderem der Stall, die Sitzstangen, Legenester, Futterstellen und der Auslauf zu erkennen sein.

Das hat einen guten Grund: Die Hennen sollen nach ihrer Rettung direkt in eine geeignete Umgebung kommen. Ein halb fertiger Stall, der erst nach der Abholung sicher gemacht wird, reicht dafür nicht.

Vor der Übergabe wird außerdem ein Schutzvertrag abgeschlossen. Er legt fest, unter welchen Bedingungen die Hühner gehalten werden und was bei späteren Problemen zu beachten ist.

Die Vermittlung läuft regional. Deshalb lohnt sich der Blick auf die aktuellen Ansprechpartner des Vereins, bevor der eigene Hühnerstall vorbereitet wird.

Welche Voraussetzungen gelten für die Aufnahme?

Bevor Rettet das Huhn Hennen vermittelt, muss das neue Zuhause passen. Dafür brauchst du einen trockenen, sauberen und zugluftfreien Stall, in dem die Tiere nachts sicher untergebracht werden können.

Auch der Auslauf muss geschützt sein. Ein Zaun allein reicht nicht aus, wenn Fuchs, Marder oder Greifvögel an die Hühner gelangen können. Überdachte Bereiche geben den Tieren außerdem Schutz vor Regen und Sonne.

Zur Grundausstattung gehören:

  • geeignete Sitzstangen
  • ausreichend Legenester
  • Futter- und Trinkstellen
  • trockene Einstreu
  • ein sicherer Auslauf
  • Schutz vor Fressfeinden und Greifvögeln

Für die Vermittlung gilt außerdem: Mindestens drei Hühner müssen gemeinsam aufgenommen werden. Der Verein vermittelt bis zu 30 Tiere an einen Haushalt. Ein einzelnes Huhn passt nicht zur sozialen Lebensweise der Tiere.

Du musst dich auch um die laufende Versorgung kümmern. Dazu gehören geeignetes Futter, frisches Wasser und die tierärztliche Behandlung kranker Tiere.

Beim Stall lohnt es sich, genau hinzusehen. Wenn du ihn noch bauen musst, findest du die ausführlichen Anforderungen und praktische Tipps in unserem separaten Ratgeber:

» Hühnerstall bauen

Was kostet die Adoption von Hühnern?

Die Hühner selbst gibt Rettet das Huhn kostenlos an private Halter ab. Eine Schutzgebühr verlangt der Verein nicht. Spenden sind willkommen, aber freiwillig.

Kosten entstehen trotzdem. Stall und Auslauf müssen vorhanden sein, Futter und Einstreu gehören zur laufenden Versorgung. Auch Tierarztkosten solltest du einplanen, denn gerade ehemalige Legehennen können gesundheitliche Probleme mitbringen.

Wie hoch die Ausgaben ausfallen, hängt stark von der eigenen Haltung ab. Wer den Stall selbst baut, zahlt anders als jemand, der eine fertige Lösung kauft. Auch Futterverbrauch und Tierarztkosten lassen sich nicht pauschal vorhersagen.

Wir würden deshalb nicht mit der Vorstellung an die Adoption herangehen, dass gerettete Hühner praktisch kostenlos zu halten sind. Entscheidend ist, dass die laufende Versorgung dauerhaft finanziell machbar bleibt.

Welche Pflichten gelten nach der Aufnahme?

Mit der Übergabe der Hühner endet die Verantwortung nicht. Auch private Hühnerhalter müssen einige Vorgaben beachten. Dazu gehört die Meldung beim zuständigen Veterinäramt. Je nach Bundesland kann außerdem eine Registrierung bei der Tierseuchenkasse erforderlich sein.

Für den Bestand gelten weitere Vorgaben, unter anderem zur Dokumentation und zur Impfung gegen Newcastle Disease. Die genauen Anforderungen können regional unterschiedlich sein. Deshalb solltest du dich vor der Aufnahme beim zuständigen Amt informieren.

Auch der Schutzvertrag des Vereins bleibt nach der Vermittlung relevant. Die übernommenen Hühner dürfen nicht einfach verkauft oder ohne Rücksprache weitergegeben werden. Eine Schlachtung ist ausgeschlossen, ebenso die Vermehrung der Tiere.

Wenn sich die eigene Lebenssituation verändert und die Hühner nicht mehr gehalten werden können, sollte deshalb nicht eigenständig nach einem neuen Platz gesucht werden. Der Verein ist in solchen Fällen der richtige Ansprechpartner.

Lohnt es sich überhaupt, ein Huhn zu retten?

Für jedes einzelne Tier: JA!

Eine einzelne Rettungsaktion verändert die industrielle Eierproduktion nicht. Die Betriebe produzieren weiter, und nach der Ausstallung werden die Ställe wieder mit neuen Junghennen besetzt. Das macht auch der Verein selbst deutlich.

Für das einzelne Huhn sieht die Sache anders aus. Eine vermittelte Legehenne landet nicht im Schlachthof, sondern bekommt die Möglichkeit, noch mehrere Jahre in einem privaten Zuhause zu leben.

Für uns liegt genau hier der entscheidende Punkt: Man muss die Rettung eines Huhns nicht für die Lösung des gesamten Problems halten, damit sie für dieses Tier etwas bewirkt.

Dazu kommt eine andere Ebene. Wer mehrere ehemalige Legehennen im eigenen Garten hält, erlebt die Tiere plötzlich als Individuen. Sie haben unterschiedliche Charaktere, entwickeln eigene Gewohnheiten und reagieren auf ihre Umgebung. Das kann die eigene Sicht auf Eierproduktion durchaus verändern.

Ob daraus am Ende weniger Eier auf dem Einkaufszettel landen, entscheidet natürlich jeder selbst. Ein Automatismus ist das nicht. Als Denkanstoß kann die Erfahrung mit geretteten Hühnern aber durchaus funktionieren.

Häufige Fragen zu Rettet das Huhn

Wie viele Hühner vermittelt der Verein Rettet das Huhn gleichzeitig?

Rettet das Huhn vermittelt die ehemaligen Legehennen nicht als einzelne Tiere, sondern in Gruppen. Wie viele Hühner tatsächlich übernommen werden können, hängt von der jeweiligen Vermittlungsaktion und den Bedingungen im neuen Zuhause ab. Mindestens drei Tiere gehören dabei zusammen, weil Hühner soziale Tiere sind.

Was passiert mit Hühnern von Rettet das Huhn, wenn eine private Haltung später nicht mehr möglich ist?

Wenn sich die persönlichen Umstände verändern und die Haltung der übernommenen Tiere nicht mehr möglich ist, sollte bei Rettet das Huhn frühzeitig nach einer Lösung gefragt werden. Die Hühner dürfen nicht einfach eigenständig verkauft oder an irgendeinen anderen Halter weitergegeben werden. Der Schutzvertrag regelt auch diesen Fall.

Dürfen Eier von Hühnern von Rettet das Huhn weiterhin gegessen werden?

Die Hennen von Rettet das Huhn dürfen auch nach ihrer Vermittlung Eier legen. Der Verein schreibt allerdings vor, dass die Tiere nicht gewerblich zur Eierproduktion genutzt werden dürfen. Für den privaten Eigenbedarf können die Eier verwendet werden. Die Haltung soll dem Tier dienen und nicht einer wirtschaftlichen Nutzung.

Welche gesundheitlichen Probleme können bei Hühnern von Rettet das Huhn nach der Übernahme auftreten?

Bei Hühnern von Rettet das Huhn können gesundheitliche Probleme auftreten, die mit ihrer bisherigen Haltung oder ihrer Zuchtgeschichte zusammenhängen. Deshalb sollte nach der Übernahme aufmerksam beobachtet werden, wie sich die Tiere entwickeln. Bei auffälligem Verhalten, Verletzungen oder Krankheitssymptomen gehört ein Tierarzt zur Versorgung dazu.

Wie alt kann ein Huhn werden?

Hühner haben eine Lebenserwartung von 5 bis 10 Jahren, sofern sie artgerecht gehalten werden. Für Rette das Huhn ist die Lebenserwartung letztendlich egal, denn jedes Jahr in artgerechter Haltung ist für das einzelne Tier ein Gewinn!

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