Stoffwindeln sparen Einwegmüll, brauchen aber mehr Planung als Wegwerfwindeln. Entscheidend sind deshalb nicht nur Material und Preis, sondern auch Passform, Saugkraft, Waschaufwand und das passende Wickelsystem. Dieser Kaufratgeber zeigt, worauf es beim Kauf wirklich ankommt.
Wegwerfwindeln erzeugen riesige Müllberge
Rechnest du die tägliche Menge an Windeln auf die Jahre hoch, wird deutlich, wie viele Windeln du wirklich benötigst und welchen Müllberg die Babywindeln verursachen.
Alternativ kannst du deinen Nachwuchs auch mit Stoffwindeln wickeln. Diese lassen sich in der Waschmaschine reinigen und daher immer wieder gebrauchen. Im Vergleich zu den Einwegwindeln entsteht so kaum Müll.
Welche Stoffwindeln sind die besten?
Die beste Stoffwindel hängt davon ab, was im Alltag wichtig ist. Wer möglichst unkompliziert wickeln möchte, braucht eine andere Lösung als Eltern, die maximale Saugkraft für die Nacht suchen.
Für den Kauf lohnt sich deshalb ein Blick auf Passform, Saugfähigkeit, Handhabung, Trocknungszeit und Preis. Auch das Wickelsystem entscheidet darüber, wie gut eine Stoffwindel zum eigenen Alltag passt.
Wir würden nicht allein nach dem Preis entscheiden. Eine günstige Windel bringt wenig, wenn sie schlecht sitzt, häufig ausläuft oder nach jeder Wäsche lange trocknen muss.
Unsere Auswahl
| Stoffwindel | Besonders geeignet für | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| AIO* | Einsteiger und Betreuung durch andere Personen | unkomplizierte Handhabung |
| Pocketwindel* | flexible Saugkraft | Einlagen lassen sich individuell kombinieren |
| AI2 / SIO | Familien, die Überhosen mehrfach nutzen möchten | weniger komplette Windelwäsche |
| Höschenwindel mit Überhose | Nacht und hohe Saugkraft | sehr saugstark, aber aufwendiger |
| Prefold oder Mullwindel mit Überhose | günstigen Einstieg | niedrige Anschaffungskosten, mehr Handgriffe |
Aktuelle Vergleichstests zeigen ebenfalls deutliche Unterschiede zwischen den Modellen. Die F.A.Z. bewertet etwa Passform, Auslaufschutz, Flüssigkeitsaufnahme, Waschbarkeit und Handhabung.
Unser Eindruck ist: Für den Einstieg zählt weniger, welche Stoffwindel auf dem Papier die meisten Funktionen bietet. Entscheidend ist, ob sie sich im eigenen Wickelalltag ohne großen Aufwand nutzen lässt.
Welches Stoffwindelsystem passt zum Alltag?
Bei Stoffwindeln entscheidet nicht nur die Windel selbst. Auch das Wickelsystem beeinflusst, wie viel Handarbeit beim Wickeln und Waschen anfällt.
- Für Einsteiger sind All-in-One-Stoffwindeln (AIO) besonders unkompliziert. Einlagen und Nässeschutz sind bereits miteinander verbunden. Die Windel wird nach dem Wickeln komplett in die Wäsche gegeben.
- Pocketwindeln bieten mehr Spielraum bei der Saugkraft. Die Einlagen liegen in einer Tasche und lassen sich je nach Bedarf austauschen oder kombinieren. Das ist praktisch, wenn ein Baby nachts mehr Saugvolumen braucht.
- Bei AI2- und AI3-Systemen lässt sich die Außenhülle teilweise mehrfach verwenden. Dadurch landet nicht nach jedem Wickeln die komplette Windel in der Wäsche.
- Eine andere Variante sind Höschenwindeln mit Überhose. Sie nehmen viel Flüssigkeit auf.
Welche Stoffwindeln eignen sich für Neugeborene?
Bei einem Neugeborenen sitzt eine Stoffwindel anders als bei einem größeren Baby. Gerade in den ersten Wochen können One-Size-Modelle noch zu groß sein. Newborn-Stoffwindeln sind kleiner geschnitten und passen deshalb auch zu sehr kleinen Babys.
Allerdings lohnt sich die Anschaffung nicht für jede Familie. Newborn-Windeln werden meist nur vergleichsweise kurze Zeit genutzt. Wer die ersten Wochen mit Wegwerfwindeln überbrücken möchte, kann später direkt auf mitwachsende Modelle umsteigen.
Für uns ist die Passform hier entscheidend. Eine Stoffwindel sollte weder am Bauch noch an den Beinen einschneiden und trotzdem dicht abschließen. Bei einem Neugeborenen ist das besonders wichtig, weil die Proportionen noch deutlich anders sind als bei einem älteren Baby.
Newborn oder One Size?
| Variante | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Newborn | passt kleinen Babys besser | wird schneller zu klein |
| One Size | wächst über längere Zeit mit | kann anfangs zu groß sein |
Wer möglichst lange mit denselben Stoffwindeln wickeln möchte, fährt mit mitwachsenden Modellen oft wirtschaftlicher. Für sehr kleine Neugeborene kann eine separate Newborn-Ausstattung trotzdem die bessere Lösung sein.
Worauf kommt es beim Kauf von Stoffwindeln an?
Bei Stoffwindeln gibt es einige Unterschiede, die im Alltag schnell auffallen. Neben dem System spielen vor allem Passform, Saugkraft, Material und Trocknungszeit eine Rolle. Auch die Art des Verschlusses kann darüber entscheiden, wie unkompliziert das Wickeln funktioniert.
Passform
Die Windel sollte an Bauch und Beinen dicht abschließen, ohne einzuschneiden. Gerade bei Stoffwindeln ist die Passform nicht bei jedem Kind gleich. Was bei einem Baby gut sitzt, kann bei einem anderen zu eng oder zu locker sein.
Saugkraft
Wie viel Flüssigkeit eine Stoffwindel aufnehmen kann, hängt unter anderem von den verwendeten Einlagen ab. Für längere Wickelintervalle oder die Nacht lassen sich bei vielen Systemen zusätzliche Einlagen oder Booster einsetzen.
Material
Baumwolle, Hanf, Bambusviskose und Mikrofaser haben unterschiedliche Eigenschaften. Baumwolle ist unkompliziert und pflegeleicht, während andere Materialien je nach Aufbau mehr Flüssigkeit aufnehmen können. Bei der Auswahl lohnt sich deshalb ein Blick darauf, was tatsächlich im Inneren der Windel steckt.
Trocknungszeit
Stoffwindeln müssen nach dem Waschen vollständig trocknen, bevor sie wieder verwendet werden können. Dicke, saugstarke Einlagen brauchen dafür entsprechend länger als dünnere Materialien.
Darauf würden wir besonders achten: Eine sehr saugstarke Windel ist nicht automatisch die
Wie viele Stoffwindeln braucht man?
Wie viele Stoffwindeln du brauchst, hängt vor allem davon ab, wie häufig dein Baby gewickelt wird und wie oft du die Windeln wäschst. Wer alle zwei bis drei Tage eine Waschmaschine laufen lässt, braucht mehr Windeln als jemand, der täglich wäscht.
Für das vollständige Wickeln mit Stoffwindeln sind etwa 20 bis 30 Windeln ein guter Ausgangspunkt. Dazu kommen je nach System passende Einlagen und Überhosen. Bei Neugeborenen kann der Bedarf höher ausfallen, weil in den ersten Wochen häufiger gewickelt wird.
Auch die Trocknungszeit spielt eine Rolle. Gerade bei dickeren Einlagen kann es länger dauern, bis alles wieder einsatzbereit ist. Ein kleiner Vorrat verhindert, dass am Ende nur noch feuchte Windeln herumliegen.
Wir würden deshalb nicht möglichst knapp kalkulieren. Ein paar zusätzliche Windeln kosten zwar zunächst mehr, machen die Waschroutine aber deutlich entspannter.
Beispiel für eine mögliche Ausstattung
| Wickelroutine | Orientierung |
|---|---|
| Ausschließlich Stoffwindeln | ca. 20–30 Windeln |
| Stoffwindeln als Ergänzung | weniger Windeln möglich |
| Häufiges Waschen | kleinere Ausstattung möglich |
| Waschen alle 3 Tage | größerer Vorrat sinnvoll |
Bei Mehrgrößensystemen kann sich die benötigte Ausstattung im Laufe der Wickelzeit verändern. Mitwachsende Stoffwindeln können dagegen über einen längeren Zeitraum verwendet werden, sofern sie dem Kind gut passen.
Welche Materialien sind bei Stoffwindeln gut?
Bei Stoffwindeln kommen verschiedene Materialien zum Einsatz. Sie unterscheiden sich vor allem bei Saugfähigkeit, Trocknungszeit, Haptik und Pflege. Welches Material passt, hängt deshalb davon ab, wo die Einlage eingesetzt wird und wie die Windel genutzt werden soll.
Baumwolle
Baumwolle findet sich häufig in Stoffwindeln und Einlagen. Sie nimmt Flüssigkeit zuverlässig auf und lässt sich unkompliziert waschen. Für den Alltag ist sie deshalb eine unkomplizierte Wahl. Baumwolle trocknet allerdings langsamer als sehr dünne synthetische Materialien.
Hanf
Hanf nimmt viel Flüssigkeit auf und eignet sich deshalb besonders für Einlagen, bei denen hohe Saugkraft gefragt ist. Das Material fühlt sich vergleichsweise fest an und trocknet langsamer. Häufig wird Hanf deshalb mit anderen Materialien kombiniert.
Bambusviskose
Bambusviskose wird wegen ihrer weichen Haptik gerne für Einlagen verwendet. Sie nimmt viel Flüssigkeit auf, trocknet aber nicht besonders schnell. Wichtig ist die genaue Materialangabe des Herstellers, denn „Bambus“ auf dem Etikett bedeutet nicht, dass die Einlage aus unverarbeiteter Bambusfaser besteht.
Mikrofaser
Mikrofaser nimmt Flüssigkeit schnell auf und trocknet vergleichsweise rasch. Sie eignet sich deshalb für Einlagen, die schnell wieder einsatzbereit sein sollen. Das Material sollte allerdings nicht direkt auf der Haut liegen, da es Feuchtigkeit stark aus der Umgebung zieht.
Wir würden beim Material nicht allein auf die Saugkraft schauen. Eine Einlage muss zur gesamten Windel passen und sich im Alltag gut pflegen lassen. Gerade bei Nachtwindeln ist eine Kombination verschiedener Materialien oft sinnvoller als eine einzelne besonders saugstarke Faser.
Welche Stoffwindeln eignen sich für die Nacht und unterwegs?
Nachts muss eine Stoffwindel oft deutlich mehr Flüssigkeit aufnehmen als bei einem kurzen Wickelintervall am Tag. Für längere Phasen kommen deshalb saugstarke Kombinationen infrage, etwa eine Höschenwindel mit zusätzlicher Einlage und Überhose. Welche Kombination funktioniert, hängt allerdings auch vom Kind und dessen Trinkmenge ab.
Für unterwegs ist dagegen eine möglichst unkomplizierte Lösung praktisch. Eine gut vorbereitete Stoffwindel lässt sich genauso mitnehmen wie andere Wickelutensilien. Gebrauchte Windeln werden anschließend in einem Wetbag gesammelt, bis sie zu Hause gewaschen werden können.
Hier würden wir genauer hinschauen: Eine Stoffwindel, die nachts zuverlässig funktioniert, muss nicht automatisch die beste Wahl für unterwegs sein. Für längere Ausflüge zählt auch, wie viel Platz die Ausstattung braucht und wie unkompliziert sich benutzte Windeln verstauen lassen.
Stoffwindeln für die Nacht
Für die Nacht kann eine Kombination aus saugstarker Höschenwindel, zusätzlicher Einlage und Überhose sinnvoll sein. Bei manchen Babys reicht dagegen eine Pocketwindel mit mehreren Einlagen. Entscheidend ist, dass die Windel ausreichend Flüssigkeit aufnimmt, ohne zu dick zu werden oder die Bewegungsfreiheit unnötig einzuschränken.
Stoffwindeln unterwegs
Unterwegs sollte die Ausstattung überschaubar bleiben. Neben Ersatzwindeln gehören ein Wetbag für gebrauchte Windeln und je nach Ausflug zusätzliche Einlagen ins Gepäck. Wer nicht mehrere Stunden unterwegs ist, braucht dafür keine komplette Wickelausstattung mitzunehmen.
Bei längeren Reisen kann es sinnvoll sein, vorher zu klären, wann und wo die Windeln gewaschen werden können. Ganz ohne Planung geht es bei Stoffwindeln unterwegs nicht immer. Gerade auf Reisen kann deshalb eine Mischung aus Stoff- und Wegwerfwindeln für manche Familien die entspanntere Lösung sein.
Wie werden Stoffwindeln gewaschen und getrocknet?
Stoffwindeln landen nach dem Wickeln nicht im Müll, sondern zunächst in der Wäsche. Benutzte Windeln werden bis zum Waschen gesammelt und anschließend entsprechend der Pflegehinweise des Herstellers gereinigt. Je nach Verschmutzung und Windelsystem kann die Vorbereitung vor dem Waschgang unterschiedlich ausfallen.
Für die Aufbewahrung unterwegs und zu Hause eignen sich Wetbags oder andere geeignete Behälter. Sie halten Feuchtigkeit und Gerüche weitgehend zurück und erleichtern das Sammeln der gebrauchten Windeln.
Beim Waschen kommt es nicht nur auf die Temperatur an. Auch Waschmittel, Waschmenge und ein ausreichend langer Waschgang spielen eine Rolle. Die genauen Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller und Material. Deshalb sollten die Pflegehinweise der jeweiligen Stoffwindel berücksichtigt werden.
Nach dem Waschen müssen die Windeln vollständig trocknen. Dünne Einlagen sind meist schneller wieder einsatzbereit als dicke, saugstarke Varianten. Lufttrocknen ist möglich, nimmt je nach Material und Wetter aber entsprechend Zeit in Anspruch.
Unserer Einschätzung nach wird der Waschaufwand beim Kauf häufig unterschätzt. Wer Stoffwindeln verwenden möchte, sollte deshalb nicht nur überlegen, welche Windel am Baby gut sitzt. Ebenso wichtig ist, ob die notwendige Waschroutine im eigenen Haushalt realistisch funktioniert.
Waschen oder Wegwerfen?
Hier liegt einer der größten Unterschiede zu Einwegwindeln: Stoffwindeln verursachen beim Wickeln weniger Abfall, benötigen dafür Wasser, Waschmittel und Energie. Wie die Umweltbilanz am Ende ausfällt, hängt deshalb auch davon ab, wie gewaschen und getrocknet wird.
Wer regelmäßig wäscht, die Maschine sinnvoll auslastet und möglichst energiearm trocknet, kann den zusätzlichen Ressourcenverbrauch begrenzen. Einen pauschalen Umweltvorteil allein aufgrund der Wiederverwendbarkeit abzuleiten, wäre aus unserer Sicht zu einfach.
Was kosten Stoffwindeln?
Wie viel Geld für Stoffwindeln anfällt, hängt vor allem vom gewählten System und der Größe der Ausstattung ab. Wer nur gelegentlich mit Stoff wickelt, braucht deutlich weniger Windeln als eine Familie, die komplett auf Mehrweg umsteigen möchte.
Zu den Anschaffungskosten für die Windeln kommen je nach System Einlagen, Überhosen, Wetbags und gegebenenfalls Windelvlies hinzu. Manche Sets enthalten bereits einen Teil des Zubehörs, bei anderen wird alles einzeln gekauft.
Auch nach dem Kauf entstehen Kosten. Stoffwindeln müssen regelmäßig gewaschen werden und benötigen dafür Wasser, Strom und Waschmittel. Beim Trocknen macht es ebenfalls einen Unterschied, ob die Windeln auf der Leine hängen oder im Trockner landen.
Wie teuer das Wickeln mit Stoff am Ende wird, lässt sich deshalb nicht mit einem einzigen Betrag beantworten. Wir würden hier nicht mit einer pauschalen Ersparnis gegenüber Wegwerfwindeln werben. Wer eine große Ausstattung kauft, häufig wäscht und einen Trockner nutzt, hat andere laufende Kosten als jemand mit einer kleinen Ausstattung und Lufttrocknung.
Ein Vorteil liegt allerdings in der langen Nutzungsdauer: Gut erhaltene Stoffwindeln können weiterverwendet, für ein Geschwisterkind genutzt oder gebraucht verkauft werden. Dadurch kann sich die Anschaffung über mehrere Jahre rechnen.
Wer zunächst herausfinden möchte, ob Stoffwindeln überhaupt zum eigenen Alltag passen, muss deshalb nicht sofort eine komplette Ausstattung kaufen. Ein kleines Set verschiedener Modelle kann für den Anfang ausreichen. So kannst du testen, welche Passform und welches System gut funktionieren, bevor di mehr Geld ausgibst.
Sind Stoffwindeln wirklich nachhaltiger?
Stoffwindeln haben einen klaren Vorteil: Nach dem Wickeln müssen sie nicht entsorgt werden. Eine einzige Windel kann über viele Wickelvorgänge hinweg genutzt werden. Dadurch fällt deutlich weniger Restmüll an als bei Einwegwindeln. Das ist gerade beim Thema Zero Waste interessant.
Damit ist die Umweltbilanz aber noch nicht vollständig. Eine Stoffwindel muss hergestellt, gewaschen und getrocknet werden. Für jeden Waschgang werden Wasser, Strom und Waschmittel benötigt. Auch die Herstellung der verwendeten Materialien gehört zur Umweltbilanz. Eine Ökobilanz betrachtet deshalb den gesamten Lebenszyklus eines Produkts und nicht nur den Abfall am Ende der Nutzung.
Wo entstehen die größten Umweltbelastungen?
Bei Stoffwindeln verschiebt sich ein Teil der Umweltbelastung von der Herstellung und Entsorgung in die Nutzungsphase. Genau hier liegt der entscheidende Unterschied zu Einwegwindeln: Bei wiederverwendbaren Windeln fallen die zusätzlichen Belastungen vor allem durch Waschen und Trocknen an. Die UNEP-Auswertung verschiedener Ökobilanzen kommt deshalb zu dem Schluss, dass die Umweltwirkung von Mehrwegwindeln stark davon abhängt, wie sie gewaschen und getrocknet werden.
Das lässt sich im Alltag ziemlich konkret machen:
- Waschen: Je häufiger eine Maschine nur wegen weniger Windeln läuft, desto höher fällt der Ressourcenverbrauch pro Windel aus.
- Wassertemperatur: Höhere Temperaturen benötigen mehr Energie.
- Trocknen: Lufttrocknen verursacht keinen zusätzlichen Stromverbrauch. Ein Wäschetrockner benötigt dagegen Energie.
- Waschmaschine: Ein effizientes Gerät und gut gefüllte Waschgänge können den Verbrauch pro Windel reduzieren.
- Nutzungsdauer: Je länger eine Stoffwindel verwendet wird, desto öfter ersetzt sie eine Einwegwindel.
- Weiterverwendung: Wird eine gut erhaltene Windel für ein Geschwisterkind genutzt oder weitergegeben, verteilt sich der Herstellungsaufwand auf weitere Wickelvorgänge.
Auch die Herstellung darf nicht ausgeblendet werden. Stoffwindeln bestehen beispielsweise aus Baumwolle oder anderen Textilfasern, deren Herstellung ebenfalls Ressourcen benötigt. Bei Einwegwindeln entstehen Umweltwirkungen dagegen unter anderem durch die Herstellung der verschiedenen Materialien und durch die anschließende Entsorgung.
Sind Stoffwindeln deshalb automatisch umweltfreundlicher?
Nein. Eine einzelne Stoffwindel ist nicht automatisch die bessere Wahl, nur weil sie wiederverwendbar ist. Entscheidend ist, wie oft sie verwendet wird und wie die Wäsche im Haushalt organisiert ist.
Wer die Windeln regelmäßig mit voller Waschmaschine wäscht, sie möglichst oft an der Luft trocknet und lange verwendet, kann die Umweltbelastung der Nutzungsphase deutlich begrenzen. Die UNEP empfiehlt unter anderem volle Waschmaschinenladungen, effiziente Geräte, niedrigere Waschtemperaturen und Lufttrocknung.
Wir würden deshalb nicht mit „Zero Waste = keine Umweltbelastung“ argumentieren. Stoffwindeln vermeiden vor allem Einwegabfall. Bei der gesamten Umweltbilanz spielen dagegen Herstellung, Waschen, Trocknen und Nutzungsdauer zusammen eine Rolle.
Für die Kaufentscheidung bedeutet das: Eine langlebige Stoffwindel, die häufig genutzt und gut gepflegt wird, ist aus unserer Sicht überzeugender als ein Produkt, das vor allem mit einem grünen Versprechen beworben wird. Genau deshalb lohnt sich beim Kauf ein Blick auf Materialqualität, Haltbarkeit und Pflegeaufwand.
Was braucht man für die erste Stoffwindel-Ausstattung?
Wer zum ersten Mal Stoffwindeln kauft, steht schnell vor einer langen Liste aus Windeln, Einlagen, Überhosen, Wetbags und weiterem Zubehör. Tatsächlich braucht es für den Einstieg weniger, als viele Komplettsets vermuten lassen. Welche Ausstattung sinnvoll ist, hängt vor allem vom gewählten Wickelsystem und der eigenen Waschroutine ab.
Grundsätzlich brauchst du zunächst Stoffwindeln und passende Einlagen, sofern diese nicht bereits fest mit der Windel verbunden sind. Bei Systemen mit separater Überhose gehört diese ebenfalls zur Grundausstattung. Für gebrauchte Windeln ist außerdem ein Wetbag oder ein geeigneter Aufbewahrungsbehälter praktisch.
Wir halten wenig davon, gleich zu Beginn möglichst viel Zubehör anzuschaffen. Ein kleines Sortiment verschiedener Modelle zeigt schneller, welche Stoffwindeln tatsächlich zum Kind und zum eigenen Alltag passen.
Das gehört zur Grundausstattung
- Stoffwindeln: Die benötigte Anzahl hängt vom Waschintervall und der Wickelhäufigkeit ab.
- Einlagen: Je nach System bereits enthalten oder separat erhältlich.
- Überhosen: Notwendig bei Systemen, bei denen der Nässeschutz nicht fest integriert ist.
- Wetbag: Zur Aufbewahrung gebrauchter Stoffwindeln unterwegs und bis zur Wäsche.
- Windelvlies: Optional. Es kann das Entfernen von Stuhl erleichtern, ist aber nicht für jedes Wickelsystem erforderlich.
Zusätzliche Einlagen oder Booster können später sinnvoll werden, wenn die Saugkraft für längere Wickelintervalle nicht ausreicht. Auch für die Nacht muss nicht zwingend eine komplett andere Windel angeschafft werden. Häufig lässt sich die Saugfähigkeit durch eine passende Kombination aus Windel und Einlagen erhöhen.
Wer Stoffwindeln zunächst testen möchte, kann deshalb mit einer kleinen Auswahl unterschiedlicher Modelle starten. So lässt sich herausfinden, welche Passform, welches Material und welches System im Alltag funktionieren, bevor die komplette Ausstattung gekauft wird.
Häufige Fragen zu Stoffwindeln
Wie lange halten Stoffwindeln?
Die Lebensdauer von Stoffwindeln hängt von Material, Verarbeitung, Pflege und Häufigkeit der Nutzung ab. Hochwertige Modelle können über einen längeren Zeitraum verwendet werden. Bei guter Erhaltung lassen sich Stoffwindeln auch an Geschwister weitergeben oder nach der eigenen Wickelzeit gebraucht verkaufen. Entscheidend ist, dass Nähte, Verschlüsse und Nässeschutz weiterhin funktionieren.
Sind Stoffwindeln auch für Babys mit empfindlicher Haut geeignet?
Stoffwindeln können auch bei empfindlicher Babyhaut infrage kommen. Welche Variante gut funktioniert, hängt allerdings vom Kind, dem verwendeten Material und der individuellen Pflege ab. Bei Hautproblemen sollte nicht allein die Windel verantwortlich gemacht werden. Häufiges Wechseln und eine möglichst trockene Haut sind beim Wickeln grundsätzlich wichtig.
Welche Stoffwindeln eignen sich für das Wickeln in der Kita?
Für die Kita sind Stoffwindeln besonders dann geeignet, wenn das System unkompliziert anzuwenden ist und die Betreuungspersonen damit zurechtkommen. AIO- oder vergleichbar einfach aufgebaute Modelle können hier praktischer sein als mehrteilige Lösungen. Vorab sollte geklärt werden, ob die Einrichtung Stoffwindeln akzeptiert und wie gebrauchte Windeln dort aufbewahrt werden.
Welche Stoffwindel läuft nicht aus?
Eine Stoffwindel läuft meist dann aus, wenn Passform oder Saugvolumen nicht zum Kind und Wickelintervall passen. Wichtig sind ein dichter Beinabschluss und ausreichend saugfähige Einlagen. Für die Nacht kann zusätzliches Saugvolumen nötig sein. Eine Garantie für Auslaufsicherheit gibt es allerdings nicht – jedes Kind und jede Windel sitzen etwas anders.
Lohnen sich Stoffwindeln?
Ob sich Stoffwindeln lohnen, hängt von Nutzungsdauer, Waschaufwand und Anschaffungskosten ab. Zwar entfallen laufende Käufe von Einwegwindeln, dafür entstehen Kosten für Wasser, Strom und Waschmittel. Werden Stoffwindeln lange genutzt, für Geschwister weiterverwendet oder gebraucht verkauft, kann sich die Anschaffung besser rechnen.
