Naturkosmetik steht heute in fast jedem größeren Drogeriemarkt im Regal. Shampoo, Gesichtscreme, Deo oder Mascara gibt es mit entsprechenden Labels und grünen Verpackungen. Aber was davon ist tatsächlich Naturkosmetik? Und was bedeutet es eigentlich, wenn auf einer Creme „natürlich“ oder „bio“ steht?
Ganz so eindeutig ist das nicht. Der Begriff Naturkosmetik ist gesetzlich nicht geschützt. Ein Produkt kann also mit natürlichen Inhaltsstoffen werben, ohne nach einem anerkannten Naturkosmetik-Standard zertifiziert zu sein.
Siegel wie NATRUE oder COSMOS schaffen hier etwas mehr Orientierung. Sie legen fest, welche Rohstoffe verwendet werden dürfen und welche Anforderungen für die Herstellung gelten. Trotzdem erzählen auch diese Siegel nicht die komplette Geschichte.
Naturkosmetik ist für uns deshalb kein Freifahrtschein für einen automatisch besseren oder nachhaltigeren Kauf. Herkunft und Verarbeitung der Rohstoffe, Verpackung, Hautverträglichkeit und die tatsächliche Zusammensetzung des Produkts gehören ebenfalls dazu.
Wer Naturkosmetik kaufen möchte, muss sich dafür aber nicht durch jede einzelne INCI-Bezeichnung arbeiten. Ein paar Dinge helfen schon dabei, Produkte besser einzuordnen.
Was ist Naturkosmetik?
Bei diesen Kosmetikprodukten geht es vor allem darum, welche Rohstoffe in einem Produkt verwendet werden und nach welchen Regeln es hergestellt wird. Typisch sind pflanzliche Öle und Fette, Wachse, Pflanzenextrakte oder mineralische Rohstoffe. Je nach Standard gibt es dabei unterschiedliche Vorgaben.
Ein wichtiger Punkt wird dabei schnell übersehen: „natürlich“ und „Naturkosmetik“ sind nicht dasselbe. Auf einer Verpackung kann „natürlich“ stehen, ohne dass das gesamte Produkt nach einem anerkannten Naturkosmetik-Standard zertifiziert ist. Auch Begriffe wie „bio“ oder „clean beauty“ sagen für sich genommen noch nicht, welchen konkreten Kriterien ein Produkt entspricht.
Bei zertifizierter Naturkosmetik gelten dagegen festgelegte Anforderungen. Sie können sich unter anderem darauf beziehen, welche Rohstoffe eingesetzt werden, wie sie verarbeitet werden und welche Stoffe ausgeschlossen sind. Je nach Siegel unterscheiden sich diese Vorgaben.
Was zeichnet natürliche Kosmetik aus?
Die Produkte setzen häufig auf Rohstoffe pflanzlichen oder mineralischen Ursprungs. Dazu gehören etwa Jojobaöl, Sheabutter, Mandelöl, pflanzliche Wachse, Aloe-vera-Extrakte oder Tonerde. Auch ätherische Öle werden häufig eingesetzt.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Kosmetik dieselben Inhaltsstoffe enthält. Eine Gesichtscreme für trockene Haut braucht eine andere Rezeptur als ein Shampoo oder ein Deo. Entscheidend ist deshalb immer das einzelne Produkt.
Auch der Begriff „natürlich“ hilft bei der Einordnung nur begrenzt. Ein einzelner natürlicher Inhaltsstoff macht aus einer konventionellen Rezeptur noch keine zertifizierte Naturkosmetik.
Naturkosmetik: Welche Vorteile hat sie?
Diese Kosmetik kann für Menschen interessant sein, die bei Kosmetik genauer auf die verwendeten Rohstoffe und bestimmte Herstellungsstandards achten möchten. Je nach Produkt und Zertifizierung ergeben sich dabei unterschiedliche Vorteile:
- Natürliche Rohstoffe: Häufig kommen Pflanzenöle, Pflanzenextrakte, Wachse oder mineralische Rohstoffe zum Einsatz.
- Klare Vorgaben: Zertifizierte Naturkosmetik muss bestimmte Anforderungen an Rohstoffe und Herstellung erfüllen.
- Weniger bestimmte synthetische Inhaltsstoffe: Je nach Standard sind zahlreiche Stoffe, die in konventioneller Kosmetik eingesetzt werden können, nicht zugelassen.
- Bewusste Auswahl: Wer bestimmte Inhaltsstoffe vermeiden möchte, findet über Naturkosmetik-Siegel eine zusätzliche Orientierung.
- Tierische Inhaltsstoffe lassen sich gezielter einordnen: Zertifizierungen und zusätzliche Kennzeichnungen können dabei helfen, vegane Produkte zu erkennen.
Für die Haut kann eine solche Rezeptur gut passen. Das ist allerdings individuell. Auch natürliche Inhaltsstoffe können die Haut reizen oder allergische Reaktionen auslösen.
Naturkosmetik ist nicht automatisch nachhaltiger oder besser verträglich
Ein natürlicher Rohstoff ist nicht automatisch besonders umweltfreundlich. Und ein pflanzlicher Inhaltsstoff ist nicht automatisch besser für empfindliche Haut. Ätherische Öle können beispielsweise bei manchen Menschen Hautreaktionen auslösen.
Wir würden Naturkosmetik deshalb nicht pauschal als die bessere Wahl bezeichnen. Entscheidend ist, was tatsächlich im Produkt steckt und ob die Rezeptur zur eigenen Haut passt.
Auch ein konventionelles Produkt kann in einzelnen Punkten die passendere Wahl sein. Vielleicht wird es besser vertragen oder vollständig aufgebraucht. Wie nachhaltig ein Kosmetikprodukt tatsächlich ist, hängt wiederum von anderen Faktoren ab. Darauf geht der Artikel später noch genauer ein.

Naturkosmetik vs. konventionelle Kosmetik
Welche Kosmetik besser passt, hängt vom Produkt und von den eigenen Prioritäten ab. Ein Blick auf die wichtigsten Unterschiede:
| Naturkosmetik | Konventionelle Kosmetik | |
|---|---|---|
| Inhaltsstoffe | Viele Rohstoffe stammen aus pflanzlichen oder mineralischen Quellen. Welche Stoffe erlaubt sind, hängt vom jeweiligen Standard ab. | Es können sowohl natürliche als auch synthetisch hergestellte Inhaltsstoffe verwendet werden. |
| Duftstoffe | Häufig ätherische Öle oder andere natürliche Duftstoffe. | Natürliche und synthetisch hergestellte Duftstoffe möglich. |
| Konservierung | Die erlaubten Verfahren und Stoffe richten sich nach dem jeweiligen Naturkosmetik-Standard. | Größere Auswahl an zugelassenen Konservierungsmitteln und -systemen. |
| Herstellung | Bei zertifizierter Naturkosmetik gelten zusätzliche Vorgaben des jeweiligen Standards. | Entscheidend sind vor allem die gesetzlichen Anforderungen und die Vorgaben des Herstellers. |
| Verpackung | Kein einheitlicher Unterschied. Auch Naturkosmetik wird in Kunststoff, Glas oder anderen Materialien angeboten. | Ebenfalls unterschiedliche Verpackungsmaterialien und -systeme. |
| Tierische Inhaltsstoffe | Nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Naturkosmetik ist daher nicht automatisch vegan. | Können ebenfalls enthalten sein. |
Ein Unterschied bei den Inhaltsstoffen bedeutet übrigens nicht automatisch einen Unterschied bei der Qualität. Synthetisch hergestellt heißt nicht „schädlich“, pflanzlich heißt nicht „besonders gut verträglich“.
Wer Naturkosmetik kauft, muss deshalb nicht grundsätzlich gegen konventionelle Kosmetik sein. Aus unserer Sicht kommt es stärker darauf an, welche Inhaltsstoffe vermieden werden sollen, welche Eigenschaften das Produkt haben soll und welche Standards einem persönlich wichtig sind.
| Tierversuche | Naturkosmetik ist nicht automatisch gleichbedeutend mit tierversuchsfrei. Entscheidend sind die jeweiligen gesetzlichen Vorgaben und zusätzlichen Standards. | Auch konventionelle Kosmetik ist nicht automatisch mit Tierversuchen verbunden. |
Unsere Haltung dazu ist eindeutig: Kosmetik, für die Tierversuche durchgeführt werden, kommt für uns nicht infrage – unabhängig davon, ob es sich um Naturkosmetik oder konventionelle Kosmetik handelt.
Woran erkennt man Naturkosmetik?
Ein grünes Etikett, ein Blatt auf der Verpackung oder Begriffe wie „natürlich“ reichen dafür nicht aus. Gerade bei Kosmetik lohnt sich ein Blick auf die Details. Denn Hersteller dürfen mit vielen Begriffen werben, ohne dass damit automatisch eine vollständige Naturkosmetik-Zertifizierung verbunden ist.
Siegel und Zertifizierungen
Am schnellsten lässt sich zertifizierte Naturkosmetik meist an einem anerkannten Siegel erkennen. NATRUE und COSMOS gehören zu den bekanntesten Standards. Auch das frühere BDIH-Siegel ist vielen Verbrauchern noch bekannt; heute ist der BDIH-Standard in den COSMOS-Standard eingeflossen.
Ein Siegel bedeutet dabei nicht, dass jedes zertifizierte Produkt gleich zusammengesetzt ist. Die Standards setzen unterschiedliche Schwerpunkte und haben eigene Kriterien. Deshalb lohnt es sich, auch beim Siegel genauer hinzusehen.
Die Inhaltsstoffliste
Die INCI-Liste auf der Verpackung verrät mehr über ein Produkt als die Vorderseite. Dort sind die verwendeten Inhaltsstoffe nach einer festgelegten Reihenfolge aufgeführt.
Einzelne Begriffe lassen sich ohne Fachwissen allerdings nicht immer leicht einordnen. Wer beispielsweise wissen möchte, ob ein Produkt bestimmte Duftstoffe oder tierische Bestandteile enthält, kann gezielt nach den entsprechenden Angaben suchen.
Bei zertifizierter Naturkosmetik sind die erlaubten Inhaltsstoffe durch den jeweiligen Standard eingeschränkt. Das unterscheidet sie von Produkten, die lediglich mit einem „natürlichen“ Image vermarktet werden.
Was bedeuten „natürlich“, „bio“ und „clean beauty“?
Diese Begriffe klingen ähnlich, stehen aber nicht automatisch für dasselbe.
„Natürlich“ ist zunächst eine Beschreibung und kein verlässlicher Nachweis für zertifizierte Naturkosmetik. Auch „bio“ auf einem einzelnen Inhaltsstoff bedeutet nicht zwangsläufig, dass das gesamte Produkt Bio- oder Naturkosmetik ist.
Bei „Clean Beauty“ wird es noch schwieriger. Der Begriff ist nicht einheitlich definiert. Je nach Marke kann damit etwas anderes gemeint sein.
Greenwashing bei Naturkosmetik
Kosmetik lässt sich mit Farben, Bildern und Formulierungen sehr leicht natürlicher darstellen, als sie tatsächlich ist. Blätter, Pflanzenmotive und Begriffe wie „pure“, „natural“ oder „clean“ sagen deshalb allein wenig aus.
Hier hilft ein einfacher Grundsatz: Nicht die Vorderseite der Verpackung bewerten, sondern nach konkreten Kriterien suchen. Gibt es ein anerkanntes Siegel? Welche Inhaltsstoffe stehen in der INCI-Liste? Macht der Hersteller nachvollziehbare Angaben zu Herkunft und Herstellung?
Das bedeutet nicht, dass jedes Produkt ohne Siegel automatisch schlecht ist. Eine Zertifizierung kostet Geld und ist für kleinere Hersteller nicht immer selbstverständlich. Ein anerkanntes Siegel macht die Einordnung für Käufer aber deutlich leichter.
Wer nur auf ein grünes Etikett oder den Begriff „natürlich“ schaut, greift aus unserer Sicht zu kurz. Ein Blick auf Siegel und Inhaltsstoffliste ist meist aufschlussreicher.

Welche Naturkosmetik-Siegel gibt es?
Ein Siegel kann helfen, Naturkosmetik von Produkten zu unterscheiden, die lediglich mit Begriffen wie „natürlich“ oder „clean“ werben. Zu den bekanntesten Standards gehören NATRUE und COSMOS. Auch das BDIH-Siegel ist noch auf manchen Produkten zu finden.
NATRUE zertifiziert Natur- und Biokosmetik nach festgelegten Kriterien für Inhaltsstoffe und Herstellung. Bei COSMOS gibt es unter anderem die Kennzeichnungen COSMOS NATURAL und COSMOS ORGANIC. Der frühere BDIH-Standard ist inzwischen weitgehend in den COSMOS-Standard eingeflossen.
Wichtig: Ein Siegel sagt nicht automatisch, dass ein Produkt vegan, besonders nachhaltig oder für jede Haut geeignet ist. Dafür gelten jeweils andere Kriterien.
Wer Naturkosmetik kaufen möchte, findet in anerkannten Siegeln eine gute erste Orientierung. Für eine fundierte Entscheidung lohnt sich trotzdem ein Blick auf das konkrete Produkt.
Die einzelnen Standards, ihre Kriterien und Unterschiede erklären wir ausführlicher im Artikel [Naturkosmetik-Siegel: Welche gibt es und was bedeuten sie?].
Welche Inhaltsstoffe enthält Naturkosmetik?
Naturkosmetik setzt häufig auf Rohstoffe pflanzlichen oder mineralischen Ursprungs.
Typische Inhaltsstoffe sind zum Beispiel:
- Pflanzenöle wie Jojobaöl, Mandelöl oder Olivenöl
- Pflanzenfette wie Sheabutter oder Kakaobutter
- Pflanzenextrakte etwa aus Aloe Vera, Kamille oder Ringelblume
- Natürliche Wachse wie Bienenwachs oder Carnaubawachs
- Ätherische Öle, die häufig für Duft oder bestimmte Produkteigenschaften eingesetzt werden
- Mineralische Rohstoffe wie Tonerde oder bestimmte Mineralien
Auch Wasser, Emulgatoren, Tenside und Konservierungsstoffe können Bestandteil einer Naturkosmetik-Rezeptur sein. Welche Stoffe erlaubt sind, richtet sich bei zertifizierter Naturkosmetik nach dem jeweiligen Standard.
Sind natürliche Inhaltsstoffe immer besser?
Natürlich klingt erst einmal gut. Für die Haut sagt die Herkunft eines Inhaltsstoffs allein aber noch nicht besonders viel aus. Auch pflanzliche Stoffe können allergische Reaktionen hervorrufen oder empfindliche Haut reizen.
Das gilt zum Beispiel für ätherische Öle und bestimmte natürliche Duftstoffe. Wer zu Allergien oder Hautreizungen neigt, sollte deshalb auch bei Naturkosmetik die INCI-Liste anschauen.
Natürlich ist für uns kein Qualitätsurteil an sich. Entscheidend ist, was ein Inhaltsstoff im konkreten Produkt macht und wie die eigene Haut darauf reagiert.
Wer bestimmte Stoffe vermeiden möchte, kann die Zutatenliste gezielt danach durchsuchen. Bei zertifizierter Naturkosmetik helfen zusätzlich die Vorgaben des jeweiligen Siegels bei der Einordnung.
Ist Naturkosmetik nachhaltig?
Naturkosmetik wird oft mit Nachhaltigkeit verbunden. Das liegt nahe: Pflanzliche Rohstoffe, Bio-Anbau und natürliche Rezepturen klingen zunächst nach einer besseren Wahl für die Umwelt. Ob ein Produkt tatsächlich nachhaltig ist, lässt sich daraus aber nicht ableiten.
Rohstoffe
Bei Naturkosmetik denkt man schnell an Pflanzen. Und tatsächlich kommen viele typische Zutaten aus der Natur: etwa Olivenöl, Jojobaöl, Sheabutter, Pflanzenextrakte oder natürliche Wachse.
Woher diese Rohstoffe kommen, ist allerdings eine andere Frage. Ein Pflanzenöl muss angebaut, geerntet und verarbeitet werden, bevor es in einer Creme landet. Manche Zutaten wachsen direkt in Europa, andere legen einen deutlich längeren Weg zurück.
Auch beim Anbau gibt es Unterschiede. Stammt ein Rohstoff aus kontrolliert biologischem Anbau? Wie viel Fläche und Wasser werden dafür gebraucht? Unter welchen Bedingungen wird er gewonnen?
Palmöl zeigt ganz gut, warum der Blick auf das Wort „natürlich“ nicht reicht. Palmöl ist ein pflanzlicher Rohstoff und kann trotzdem mit Problemen rund um Anbauflächen und Entwaldung verbunden sein. In Kosmetik taucht es außerdem oft nicht als „Palmöl“ auf, sondern in Form verschiedener Derivate.
Für uns ist deshalb nicht entscheidend, ob ein Rohstoff einfach natürlich klingt. Interessanter ist, woher er kommt und was auf dem Weg vom Anbau bis zum fertigen Produkt passiert.
Herstellung
Für die Umweltbilanz spielt auch die Herstellung eine Rolle. Wasser, Energie und weitere Ressourcen werden gebraucht, bevor das Produkt überhaupt im Badezimmer steht.
Wie stark diese Faktoren ins Gewicht fallen, hängt vom Produkt ab. Eine feste Seife lässt sich beispielsweise nicht einfach mit einer wasserhaltigen Gesichtscreme vergleichen.
Verpackung
Auch Naturkosmetik braucht eine Verpackung. Glas wirkt auf den ersten Blick häufig hochwertiger und nachhaltiger als Kunststoff, ist aber schwerer und kann dadurch beim Transport mehr Gewicht verursachen.
Kunststoff wiederum hat nicht automatisch eine schlechte Umweltbilanz. Recyceltes Material, eine geringe Verpackungsmenge oder ein gut funktionierendes Nachfüllsystem können je nach Produkt sinnvoll sein.
Das Verpackungsmaterial allein reicht uns deshalb nicht als Nachhaltigkeitskriterium. Wir würden eher darauf achten, wie viel Material tatsächlich benötigt wird, ob es sich gut recyceln oder wiederverwenden lässt und ob ein Produkt als Nachfülllösung angeboten wird.
Transport
Auch der Weg der Rohstoffe und des fertigen Produkts gehört zur Betrachtung. Ein pflanzlicher Rohstoff aus einem weit entfernten Anbaugebiet muss nicht automatisch die schlechtere Wahl sein. Umgekehrt macht eine Produktion in Europa ein Produkt nicht automatisch nachhaltig.
Entscheidend ist das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren.
Tierwohl
Naturkosmetik ist nicht automatisch vegan. Bienenwachs, Lanolin oder andere tierische Bestandteile können je nach Rezeptur vorkommen.
Für uns gehört außerdem klar dazu: Kosmetik, für die Tierversuche durchgeführt werden, kommt nicht infrage – unabhängig davon, ob das Produkt als Naturkosmetik zertifiziert ist oder nicht.
Naturkosmetik und nachhaltige Kosmetik sind nicht dasselbe
Naturkosmetik kann eine nachhaltigere Wahl sein. Sie muss es aber nicht.
Wir würden deshalb nicht allein aufgrund des Naturkosmetik-Siegels von einem nachhaltigen Produkt sprechen. Dafür müsste man genauer auf Rohstoffe, Herstellung, Verpackung, Transport und Tierwohl schauen.
Genau diese Unterschiede sind beim Einkauf leicht zu übersehen. Ein Produkt kann bei einem Kriterium gut abschneiden und bei einem anderen weniger überzeugend sein. Eine perfekte Umweltbilanz gibt es bei Kosmetik ohnehin selten.
Ist Naturkosmetik besser für die Haut?
Ob eine Pflege gut zur Haut passt, hängt von ihrer Rezeptur ab. Pflanzenöle, Wachse, Fette und Pflanzenextrakte können unterschiedliche Eigenschaften haben und entsprechend eingesetzt werden.
Naturkosmetik richtet sich nicht nur an Menschen, die nachhaltig leben möchten oder Wert auf natürliche Inhaltsstoffe legen.
Entscheidend bleibt aber immer dein Hauttyp. Eine reichhaltige Creme mit Sheabutter kann bei trockener Haut wahre Wunder wirken, während dieselbe Pflege bei fettiger Haut schnell zu viel des Guten ist.
Die folgende Übersicht hilft dir dabei, passende Produkte und Inhaltsstoffe schneller einzuordnen.
| Hauttyp / Zielgruppe | Darauf solltest du achten | Häufig verwendete Inhaltsstoffe |
|---|---|---|
| Empfindliche Haut | Produkte mit wenigen Inhaltsstoffen und ohne intensive Duftstoffe wählen | Aloe Vera, Calendula, Kamille |
| Trockene Haut | Reichhaltige Pflege mit feuchtigkeitsspendenden Ölen und Buttern nutzen | Sheabutter, Arganöl, Mandelöl |
| Unreine Haut | Leichte Formulierungen bevorzugen und stark fettende Produkte vermeiden | Jojobaöl, Hamamelis, Salbei |
| Männer | Pflegeprodukte verwenden, die Rasurbrand und Hautirritationen beruhigen | Aloe Vera, Hamamelis, Jojobaöl |
| Kinder und Babys | Besonders milde Produkte ohne unnötige Zusätze wählen | Ringelblume, Mandelöl, Sheabutter |
Tipp: Besonders bei empfindlicher Haut oder bekannten Allergien empfiehlt es sich, neue Produkte zunächst an einer kleinen Hautstelle zu testen.
Naturkosmetik kaufen: Worauf solltest du achten?
Wer Naturkosmetik kaufen möchte, muss nicht jedes Detail einer Rezeptur kennen. Ein paar Punkte helfen schon dabei, Produkte besser einzuordnen:
- Siegel prüfen: NATRUE oder COSMOS können eine gute erste Orientierung geben.
- INCI-Liste anschauen: Wer bestimmte Duftstoffe, Alkohol oder andere Inhaltsstoffe vermeiden möchte, sollte die Zutatenliste prüfen.
- Herkunft beachten: Bei pflanzlichen Rohstoffen lohnt sich ein Blick darauf, woher sie stammen und ob Angaben zum Anbau vorhanden sind.
- Verpackung mitdenken: Weniger Material, Nachfüllsysteme oder gut recycelbare Verpackungen können interessante Optionen sein.
- Nur kaufen, was gebraucht wird: Auch Naturkosmetik ist kein nachhaltiger Kauf, wenn sie ungenutzt im Badezimmer steht.
- Verträglichkeit berücksichtigen: Bei empfindlicher Haut oder bekannten Allergien sollte die Rezeptur zu den eigenen Bedürfnissen passen.
- Auf zusätzliche Kennzeichnungen achten: Wer vegane Produkte möchte oder Tierversuche ausschließen will, sollte dafür auf entsprechende Angaben und Siegel achten.
Unser Tipp: Nicht von der Vorderseite der Verpackung entscheiden lassen. Ein kurzer Blick auf Siegel, Inhaltsstoffe und Verpackung sagt meist mehr aus als Begriffe wie „natürlich“, „clean“ oder „pure“.
Naturkosmetik Shops
Du möchtest Naturkosmetik online kaufen? In unserer Übersicht findest du ausgewählte [Naturkosmetik Shops] und kannst verschiedene Anbieter miteinander vergleichen.
Welche Naturkosmetik-Marken gibt es?
Naturkosmetik gibt es zum Beispiel von den folgenden Herstellern und Marken:
- Alverde*
- Alva
- Annemarie Börlind*
- BigGreenSmile*
- Dr. Hauschka*
- Ecco-Verde*
- Lavera*
- Martina Gebhardt
- PureNature*
- Primavera Life*
- Sante*
- Weleda*
- Junglück*
- benecos*
- und viele weitere Marken
Eine ausführlichere Übersicht mit verschiedenen Herstellern und Marken findest du in unserem Artikel: Naturkosmetik-Marken
Nützliche App, um herauszfinden, welceh Inhaltsstoffe drin sind: „Codecheck“

Naturkosmetik selber machen?
Naturkosmetik muss nicht immer aus dem Tiegel aus dem Laden kommen. Einige Pflegeprodukte lassen sich auch selbst herstellen. Lippenpflege, einfache Peelings oder bestimmte Körperpflege gehören zu den unkomplizierteren DIY-Projekten.
Gerade bei selbst gemachter Kosmetik kommt es allerdings auf sauberes Arbeiten und die richtigen Zutaten an. Wasserhaltige Produkte sind beispielsweise anfälliger für Keime und sollten nicht einfach über längere Zeit aufbewahrt werden.
Das sind die Vorteile:
- Kontrolle über Inhaltsstoffe
- weniger Verpackungsmüll
- oft günstiger
Wer du Lust auf DIY-Kosmetik hast, findest du hier weitere Anleitungen und Tipps:
- Naturkosmetik selber machen
- Lippenbalsam selber machen
- Natürliches Shampoo selber machen
- Gesichtsmaske aus Haferflocken und Honig
- Körperpeeling mit Zucker und Kokosöl
- Deodorant selber herstellen
Für den Einstieg eignet sich ein einfaches Rezept meist besser als eine aufwendige Creme mit vielen Zutaten. So lässt sich erst einmal herausfinden, ob selbst gemachte Pflege überhaupt zum eigenen Alltag passt.
Damit du gleich loslegen kannst, gibt es hier ein passendes Starterset mit zahlreiche Rezepten* und den wichtigsten Grundzutaten wie Bienenwachs, Lanolin, Kernseife, Kakaobutter, Sheabutter, Vaseline sowie Zubehör wie Becherglas, Glasstab und Kunststoffspatel.
Wichtig: Selbst gemachte Naturkosmetik enthält keine Konservierungsstoffe und ist daher oft deutlich kürzer haltbar als gekaufte Produkte. Stelle daher nur kleine Mengen her, lagere die Produkte kühl und brauche diese innerhalb weniger Tage oder Wochen auf.
FAQ zu Naturkosmetik
Ist Naturkosmetik für Allergiker geeignet?
Nicht unbedingt, denn auch darin können natürliche Duftstoffe oder Pflanzenextrakte Allergien auslösen. Bei bestehenden Allergien solltest du daher auch hier die Liste der Inhaltsstoffe genau prüfen und neue Produkte vorsichtig testen.
Ist Naturkosmetik vegan und welche tierischen Inhaltsstoffe können enthalten sein?
Naturkosmetik ist nicht automatisch vegan. In manchen Rezepturen stecken zum Beispiel Bienenwachs oder Honig. Auch andere tierische Bestandteile sind möglich. Wer darauf verzichten möchte, sollte deshalb nach einer veganen Kennzeichnung schauen. Ein Naturkosmetik-Siegel allein sagt darüber noch nichts aus.
Ist Naturkosmetik für Babys und Kinder geeignet und welche Produkte kommen infrage?
Babyhaut ist empfindlicher als die Haut von Erwachsenen. Deshalb sollte bei Pflegeprodukten für Babys und Kinder nicht einfach nach dem Naturkosmetik-Siegel gegriffen werden. Ätherische Öle und natürliche Duftstoffe können beispielsweise die Haut reizen. Oft reicht eine überschaubare Pflege mit wenigen, gut verträglichen Produkten völlig aus.
Wie lange ist Naturkosmetik haltbar und woran lässt sich das erkennen?
Auch Naturkosmetik hat eine begrenzte Haltbarkeit. Auf der Verpackung findest du entweder ein Mindesthaltbarkeitsdatum oder das Symbol für die Haltbarkeit nach dem Öffnen, meist als geöffneten Cremetiegel mit einer Monatsangabe. Wärme, Licht und häufiges Hineingreifen können die Haltbarkeit beeinflussen. Veränderungen bei Geruch, Farbe oder Konsistenz sind ein Grund, das Produkt nicht weiterzuverwenden.
Kann Naturkosmetik genauso wirksam sein wie konventionelle Kosmetik?
Ob ein Kosmetikprodukt wirkt, hängt von seiner Rezeptur und dem jeweiligen Pflegeziel ab. Naturkosmetik kann ebenso gezielt formuliert werden wie konventionelle Kosmetik. Bei Shampoo, Gesichtscreme oder Sonnenschutz gelten allerdings unterschiedliche Anforderungen. Entscheidend ist deshalb weniger die Bezeichnung auf der Verpackung als die Zusammensetzung des konkreten Produkts und seine Eignung für den gewünschten Zweck.
Warum hast du dich für eine Umstellung entschieden?
