Palmöl steckt in deutlich mehr Produkten, als viele vermuten. Neben Lebensmitteln findet sich der Rohstoff auch in Kosmetik und zahlreichen Haushaltsartikeln. Wer Palmöl vermeiden möchte, muss deshalb genau hinschauen. Hier erfährst du, wie du Produkte ohne Palmöl erkennst, welche Alternativen es gibt und welche Marken den problematischen Rohstoff konsequent meiden.
Warum steckt Palmöl in so vielen Produkten?
Palmöl ist das weltweit meistgenutzte Pflanzenöl. Der Grund dafür liegt weniger im Preis als in seinen Eigenschaften. Es ist bei Zimmertemperatur halbfest, lange haltbar und vielseitig einsetzbar. Ein weiterer Vorteil ist der hohe Ertrag. Ölpalmen liefern pro Hektar deutlich mehr Öl als Sonnenblumen, Raps oder Soja. Dadurch lässt sich Palmöl vergleichsweise kostengünstig produzieren. Genau das macht den Rohstoff für viele Unternehmen attraktiv.
Für Verbraucher hat diese Entwicklung allerdings einen Nachteil: Palmöl steckt inzwischen in tausenden Produkten des täglichen Bedarfs. Häufig erscheint es nicht einmal unter der Bezeichnung „Palmöl“, sondern hinter Namen wie Palmfett, Palmkernöl oder verschiedenen Palmölderivaten. Wer bewusst Produkte ohne Palmöl einkaufen möchte, muss deshalb wissen, worauf er beim Blick auf die Zutatenliste achten sollte.
Warum wird Palmöl kritisch gesehen?
Palmöl hat ein Imageproblem. Frag im Freundeskreis danach und die Antwort kommt meist sofort: Regenwald, Orang-Utans, Klimaschäden. Fertig.
Ganz so einfach ist die Geschichte allerdings nicht.
Ja, für Ölpalmen verschwinden seit Jahrzehnten riesige Waldflächen. Vor allem in Indonesien und Malaysia wurden Ökosysteme zerstört, die zu den artenreichsten der Erde gehören. Dass Palmöl deshalb in der Kritik steht, überrascht kaum.
Der Widerspruch beginnt erst beim Blick auf die Zahlen. Ausgerechnet die Ölpalme ist die effizienteste Ölpflanze überhaupt. Sie liefert ein Vielfaches dessen, was Raps oder Sonnenblumen auf derselben Fläche schaffen. Wer Palmöl komplett verbannen will, muss deshalb auch beantworten, wodurch es ersetzt werden soll.
Ist nachhaltiges Palmöl wirklich die bessere Wahl?
Wer nach Alternativen sucht, stößt früher oder später auf das RSPO-Siegel. Es soll garantieren, dass Palmöl unter strengeren Umwelt- und Sozialstandards produziert wurde. Umweltschutzorganisationen kritisieren seit Jahren, dass die Vorgaben zwar Fortschritte gebracht haben, Verstöße aber nicht konsequent genug verfolgt werden. Rodungen, Landkonflikte oder schlechte Arbeitsbedingungen lassen sich trotz Zertifizierung nicht vollständig ausschließen. Das bedeutet nicht, dass nachhaltiges Palmöl wirkungslos ist. Es bedeutet nur, dass ein Siegel allein keine Garantie für einen verantwortungsvollen Anbau darstellt.
Wer Palmöl komplett meiden möchte, fährt deshalb einen anderen Weg. Statt auf Zertifikate zu vertrauen, landen bevorzugt Produkte im Einkaufswagen, die ganz ohne Palmöl auskommen. Gerade bei Keksen, Nuss-Nougat-Cremes, Seifen oder Lippenpflege ist das inzwischen deutlich einfacher als noch vor einigen Jahren.
Nicht jedes palmölfreie Produkt ist automatisch nachhaltiger. Wird Palmöl durch Zutaten (z. B. Kokosöl, Sojaöl) ersetzt, deren Anbau noch mehr Fläche benötigt oder längere Transportwege verursacht, fällt die Umweltbilanz nicht zwangsläufig besser aus.
So erkennst du Produkte ohne Palmöl an der Zutatenliste
Palmöl zu vermeiden klingt einfacher, als es im Supermarkt tatsächlich ist. Der Begriff „Palmöl“ steht längst nicht auf jeder Verpackung. Hersteller verwenden unterschiedliche Bezeichnungen, die auf den ersten Blick wenig verraten.
Besonders leicht ist es bei Lebensmitteln. Seit 2014 muss Palmöl in der EU eindeutig gekennzeichnet werden. Statt der allgemeinen Angabe „pflanzliche Öle“ findest du heute meist Begriffe wie Palmöl, Palmfett oder Palmkernöl.
Achte beim Einkauf vor allem auf folgende Bezeichnungen:
- Palmöl
- Palmfett
- Palmkernöl
- Palm Kernel Oil
- Palm Fruit Oil
- Palmolein
- Palm Stearin
Bei Kosmetik wird es deutlich schwieriger. Dort verbirgt sich Palmöl häufig hinter INCI-Bezeichnungen, die für Verbraucher kaum verständlich sind. Zu den bekanntesten zählen:
- Sodium Palmate
- Sodium Palm Kernelate
- Elaeis Guineensis Oil
Produkte, die häufig Palmöl oder Palmkernöl enthalten
Viele kleinere Naturkosmetik-Marken verzichten bewusst auf Palmöl oder setzen nur dort pflanzliche Fette ein, wo sie wirklich notwendig sind. Palmöl begegnet dir nicht nur in Lebensmitteln oder Kosmetik. Auch viele Reinigungs- und Waschmittel enthalten Inhaltsstoffe auf Palmölbasis. Sie sorgen dafür, dass Fett gelöst wird, Schmutz verschwindet oder sich verschiedene Bestandteile miteinander verbinden.
| Lebensmittel, die häufig Palmöl enthalten | Kosmetik, die häufig Palmöl oder Palmölderivate enthält | Haushaltsprodukte, die häufig Palmöl oder Palmölderivate enthalten |
|---|---|---|
| Nuss-Nougat-Cremes | Seifen | Waschmittel |
| Schokoriegel | Shampoos | Spülmittel |
| Kekse und Waffeln | Duschgels | Allzweckreiniger |
| Croissants und Blätterteiggebäck | Gesichtscremes | Badreiniger |
| Fertigkuchen | Bodylotions | Küchenreiniger |
| Margarine | Lippenpflege | Flüssigseifen |
| Tiefkühlpizza | Zahnpasta | Weichspüler |
| Instant-Nudeln | Deodorants | Fleckenentferner |
| Chips und Knabberartikel | Make-up | Geschirrspültabs |
| Fertiggerichte | Rasierprodukte | |
| Müslis und Frühstückscerealien | ||
| Eiscreme |

Produkte ohne Palmöl: Empfehlenswerte Marken
Ganz ohne Palmöl kommt heute kaum ein großes Sortiment aus. Trotzdem gibt es Hersteller, die bewusst auf den Rohstoff verzichten oder zumindest für einen Teil ihrer Produkte palmölfreie Rezepturen entwickelt haben. Gerade kleinere Unternehmen setzen häufig auf mehr Transparenz und kommunizieren offen, welche Fette und Öle sie stattdessen verwenden.
Zu den bekanntesten Marken für Produkte ohne Palmöl gehören unter anderem:
| Marke | Produktbereiche |
|---|---|
| Rapunzel | Schokoladen, Nussmuse, Aufstriche, Snacks |
| Zwergenwiese | Brotaufstriche, vegane Alternativen |
| BioVegan | Backzutaten und Backmischungen |
| Lamazuna | Feste Shampoos, feste Seifen |
| Ben & Anna | Deodorants, Zahnpflege |
| Eliah Sahil | Haarpflege und Körperpflege |
| Hydrophil | Zahnbürsten, Seifen, Mundpflege |
Auch Eigenmarken von Bio-Supermärkten bieten inzwischen zahlreiche Produkte ohne Palmöl an. Besonders bei Müslis, Keksen, Brotaufstrichen oder Naturkosmetik lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste.
Ist Palmöl ungesund?
Palmöl hat zwei Probleme: die Umwelt und sein Ruf als Lebensmittel. Beides wird häufig in einen Topf geworfen, obwohl es unterschiedliche Themen sind.
Aus ernährungsphysiologischer Sicht fällt vor allem der hohe Anteil gesättigter Fettsäuren auf. Mit rund 50 Prozent liegt Palmöl deutlich über Raps- oder Olivenöl. Wer dauerhaft viele gesättigte Fette verzehrt, kann seinen LDL-Cholesterinspiegel erhöhen. Das erhöht langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Deshalb empfehlen Ernährungsgesellschaften grundsätzlich, gesättigte Fette nur in begrenzten Mengen zu konsumieren.
Immer wieder wird auch auf Schadstoffe hingewiesen, die bei der Raffination entstehen können. Tatsächlich können sich unter hohen Temperaturen Glycidyl-Fettsäureester und 3-MCPD-Fettsäureester bilden. Die Belastung ist heute jedoch geringer als noch vor einigen Jahren, weil die Herstellungsverfahren verbessert wurden.
Produkte ohne Palmöl kaufen
Produkte ohne Palmöl oder Artikel mit Palmöl aus nachhaltigem Anbau findest du auch über verschiedene Datenbanken. Schnell kannst du damit überprüfen, welches Produkt palmölfrei ist und so zukünftig umweltfreundlichere Produkte ohne Palmöl einkaufen.
1. Code Check App
Diese App hilft dir, Produktetiketten zu scannen oder Produktnamen einzugeben, um detaillierte Informationen über die Inhaltsstoffe zu erhalten. Scanne damit den Barcode oder QR-Code eines Produkts.
Die App sagt dir, ob Palmöl oder andere umstrittene Inhaltsstoffe drin sind. Auch Hinweise zu potenziellen Allergenen sowie zur Umweltauswirkung eines Produkts zeigt dir App an.
» Hier geht es zur App „Code Check“

2. Sustainable Palm Oil Shopping
Mit der App PalmOil Scan findest du heraus, ob ein das Palmöl in einem Produkt aus nachhaltigem Anbau stammt. Entwickelt wurde sie in Kooperation mit dem Weltverband der Zoos und Aquarien (WAZA).
» Hier geht es zur App „Sustainable Palm Oil Shopping“

Tipps für den Einkauf ohne Palmöl
Palmöl komplett zu vermeiden, gelingt selten von heute auf morgen. Mit ein paar einfachen Gewohnheiten wird der Einkauf aber schnell deutlich leichter.
- Zutatenliste prüfen: Verlasse dich nicht auf Aussagen wie „natürlich“, „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“. Entscheidend ist, was tatsächlich auf der Zutatenliste steht.
- Weniger stark verarbeitete Lebensmittel kaufen: Je kürzer die Zutatenliste, desto geringer ist oft die Wahrscheinlichkeit, dass Palmöl enthalten ist. Frische Lebensmittel, selbst gekochte Gerichte und unverarbeitete Produkte kommen häufig ganz ohne den Rohstoff aus.
- Bio-Produkte vergleichen: Viele Bio-Hersteller verzichten bewusst auf Palmöl oder verwenden es deutlich seltener als konventionelle Anbieter. Ein Vergleich lohnt sich trotzdem, denn ein Bio-Siegel allein bedeutet nicht automatisch dass es sich um Produkte ohne Palmöl handelt.
- Herstellerseiten checken: Immer mehr Unternehmen veröffentlichen Listen ihrer palmölfreien Produkte oder beantworten Fragen zur Herkunft ihrer Rohstoffe. Diese Informationen sind oft zuverlässiger als Werbeaussagen auf der Verpackung.
- Einkaufshilfen verwenden: Apps, Produktsuchmaschinen und Verbraucherportale erleichtern die Suche nach palmölfreien Alternativen. Sie zeigen häufig auf einen Blick, welche Marken auf Palmöl verzichten oder transparent über ihre Zutaten informieren.
Wer diese Punkte berücksichtigt, muss beim Einkauf nicht jedes Produkt wieder neu bewerten. Mit der Zeit entsteht eine persönliche Auswahl an Marken und Produkten, auf die du dich verlassen kannst.

FAQ für Produkte ohne Palmöl
In welchen Marken ist kein Palmöl?
Es gibt einige Marken, die sich auf die Verwendung von nachhaltigen und palmölfreien Zutaten spezialisiert haben, zum Beispiel „Rapunzel“.
Wie erkenne ich, ob Palmöl enthalten ist?
Palmöl ist in vielen Lebensmitteln und Produkten unter verschiedenen Namen aufgeführt, wie z.B. Palmöl, Palmkernöl, Palmfett oder Elaeis guineensis (Ölpalme). In einigen Ländern gibt es Zertifizierungslabels wie RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil), die auf nachhaltige Palmölprodukte hinweisen können.
Sind Produkte ohne Palmöl automatisch nachhaltiger?
Nein. Ob ein Produkt nachhaltiger ist, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören die Herkunft der Rohstoffe, der Energieverbrauch bei der Herstellung, Transportwege und die Verpackung. Der Verzicht auf Palmöl ist deshalb nur ein Baustein eines nachhaltigen Konsums.
Warum wird Palmöl überhaupt verwendet?
Palmöl ist geschmacksneutral, hitzebeständig und sorgt für eine lange Haltbarkeit. Außerdem liefert die Ölpalme deutlich mehr Öl pro Hektar als andere Ölpflanzen. Genau deshalb ist Palmöl für viele Hersteller wirtschaftlich interessant.
Ist Bio immer palmölfrei?
Nein. Auch Bio-Produkte können Palmöl enthalten. Der Unterschied liegt darin, dass das Palmöl aus ökologischem Anbau stammt. Wer nur noch Produkte ohne Palmöl kaufen möchte, sollte trotzdem die Zutatenliste lesen.
Welche Lebensmittel enthalten besonders häufig Palmöl?
Vor allem stark verarbeitete Produkte enthalten Palmöl. Dazu gehören Kekse, Schokoriegel, Nuss-Nougat-Cremes, Fertiggerichte, Tiefkühlpizza, Chips, Margarine und verschiedene Backwaren.
Wie erkenne ich Produkte ohne Palmöl in der Kosmetik?
Bei Kosmetik taucht Palmöl oft nicht direkt auf. Stattdessen findest du Bezeichnungen wie Sodium Palmate, Sodium Palm Kernelate oder Elaeis Guineensis Oil in der INCI-Liste. Wer ganz sicher gehen möchte, sollte auf Hersteller setzen, die den Verzicht auf Palmöl transparent kommunizieren.
Achtest du bereits auf Produkte ohne Palmöl?
Quellenverzeichnis für Produkte ohne Palmöl:
- Orang-Utans in Not e.V. (2023, 9. Mai). Replace PalmOil-App | Orang-Utans in not e.V. Orang-Utans in Not e.V. Abgerufen am 29. September 2023, von https://www.orang-utans-in-not.org/replace-palmoil-app/replace-palmoil-app-projektseite/
- Palmöl: einer der wichtigsten Rohstoffe der Welt. (o. D.). wwf. Abgerufen am 29. September 2023, von https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtschaft/palmoel/
- Palmöl: Warum ist es so schlecht für den Regenwald? – Abenteuer Regenwald. (o. D.). Abenteuer Regenwald. Abgerufen am 29. September 2023, von https://www.abenteuer-regenwald.de/bedrohungen/palmoel

Es ist zwar schön, dass es über 7.000 Produkte ohne Palmöl gibt. Aber Salzstangen habe ich bisher nicht gefunden. Ich würde mich sehr freuen, wenn es tatsächlich Salzstangen ohne Palmöl/-fett geben würde. Und freue mich auch über einen entsprechenden Hinweis.
Hallo, wir haben leider auch keine gefunden, allerdings hier ein Rezept für selbstgemachte Salzbrezeln 🙂
https://utopia.de/0/gutefragen/fragen/salzbrezeln-ohne-palmoel