CO2-Ausstoß verringern: 16 Tipps für den Alltag

Du möchtest deinen CO₂-Ausstoß verringern, weißt aber nicht so recht, wo du anfangen sollst? Dann konzentriere dich am besten auf die Bereiche, in denen besonders viele Emissionen entstehen. Dazu gehören vor allem Mobilität, Heizen, Stromverbrauch und Ernährung.

Mit den folgenden Tipps kannst du genau dort ansetzen. Nicht jeder davon passt zu jedem Alltag, aber schon einzelne Veränderungen können dabei helfen, den eigenen CO₂-Ausstoß zu senken.

Wo kannst du am meisten CO2 einsparen?

Nicht jede Veränderung im Alltag wirkt sich gleich stark auf deine persönliche CO2-Bilanz aus. Besonders relevant sind Wohnen und Energie, Mobilität sowie Ernährung, wenn du im Alltag deinen CO2-Ausstoß verringern willst.

1. Weniger Auto fahren

Das Auto steht für viele Menschen jeden Tag vor der Tür. Gerade kurze Fahrten lassen sich aber oft anders zurücklegen. Zum Bäcker, zum Supermarkt oder zum Bahnhof geht es je nach Entfernung auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Für längere Strecken sind Fernbus und Bahn eine Alternative. Wer regelmäßig zur Arbeit fährt, kann sich außerdem mit Kollegen eine Fahrgemeinschaft teilen. Das reduziert nicht nur den CO2-Ausstoß, sondern auch die Kosten für Sprit und Parkplatz.

Ganz ohne Auto funktioniert der Alltag allerdings nicht für jeden. Wer auf dem Land wohnt und kein dichtes ÖPNV-Netz vor der Haustür hat, ist oft darauf angewiesen. 

2. Flugreisen reduzieren

Fliegen verursacht pro Strecke deutlich mehr Treibhausgasemissionen als viele andere Verkehrsmittel. Gerade bei Kurzstrecken lohnt sich deshalb die Frage: Muss es wirklich das Flugzeug sein?

Für Reisen innerhalb Deutschlands und in viele europäische Länder gibt es Bahnverbindungen, die eine Alternative sein können. Auch ein Urlaub in der näheren Umgebung spart eine Flugreise, ohne dass du auf eine Auszeit verzichten musst.

Ganz auf Flüge zu verzichten, ist für viele Menschen keine realistische Vorgabe. Wer fliegt, kann trotzdem überlegen, ob sich mehrere Reisen zusammenlegen oder kürzere Strecken mit der Bahn zurücklegen lassen.

3. Fahrgemeinschaften bilden

Fährst du regelmäßig mit dem Auto zur Arbeit oder zu einem festen Termin? Dann lohnt sich eine Fahrgemeinschaft. Teilen sich mehrere Personen ein Auto, verteilen sich die Emissionen der Fahrt auf mehr als einen Fahrgast.

Das lässt sich auch für längere Strecken nutzen. Bei einem gemeinsamen Ausflug oder einer Urlaubsfahrt muss nicht jeder mit dem eigenen Wagen fahren.

Besonders praktisch sind feste Absprachen für den Arbeitsweg. Wer wann fährt und wie sich Sprit- und Parkkosten verteilen, lässt sich schnell klären. Für spontane Fahrten funktionieren Mitfahrbörsen ebenfalls.

Die Fahrgemeinschaft ersetzt das Auto nicht. Sie sorgt aber dafür, dass Autofahrten besser genutzt werden und hilft, wenn du deinen CO2-Ausstoß verringern willst.

4. Weniger Fleisch essen

Beim Essen macht es einen Unterschied, was auf deinem Teller landet. Rindfleisch verursacht besonders viele Treibhausgasemissionen, unter anderem durch die Haltung der Tiere und die Herstellung des Futters.

Wie wäre es mit einem fleischfreien Tag pro Woche? Oder mit zwei? Nudeln mit Linsen-Bolognese, Chili sin Carne oder ein gutes Gemüse-Curry sind lecker und verusachen kein Tierleid.

Wer seinen CO2-Ausstoß verringern möchte, findet bei der Ernährung einen Bereich, in dem sich die eigenen Gewohnheiten tatsächlich verändern lassen.

CO2-Ausstoss
CO2-Ausstoß verringern: Kleine Maßnahmen können viel bewirken.

5. Saisonale Lebensmittel bevorzugen

Nicht jedes Lebensmittel verursacht gleich viele Emissionen. Neben der Art des Lebensmittels spielen auch Anbau, Lagerung und Transport eine Rolle.

Saisonales Obst und Gemüse kommt häufig ohne energieintensive Gewächshausproduktion aus. Erdbeeren im Juni passen deshalb besser auf den Speiseplan als Erdbeeren aus beheizten Gewächshäusern im Winter.

Regional allein ist allerdings kein Freifahrtschein für eine gute Klimabilanz. Ein regionales Produkt aus beheiztem Anbau kann mehr Emissionen verursachen als Ware aus einem weiter entfernten, aber klimatisch passenden Anbaugebiet.

Ein Blick auf Saison und Herkunft hilft dir, beim Einkauf eine bessere Entscheidung zu treffen.

6. Weniger Lebensmittel wegwerfen

Was im Müll landet, hat zuvor bereits Emissionen verursacht. Für Anbau, Verarbeitung, Kühlung und Transport von Lebensmitteln werden Ressourcen und Energie benötigt.

Plane deinen Einkauf deshalb so, dass du wirklich verbrauchst, was du nach Hause bringst. Reste lassen sich oft am nächsten Tag weiterverwenden oder portionsweise einfrieren.

Auch beim Mindesthaltbarkeitsdatum lohnt sich ein genauer Blick. Ein abgelaufenes Datum bedeutet nicht automatisch, dass ein Lebensmittel verdorben ist. Prüfe Aussehen, Geruch und Geschmack, bevor du es wegwirfst.

Lebensmittel zu retten, statt wegzuwerfen, lässt sich ohne große Umstellung in den Alltag integrieren.

7. Weniger und gezielter konsumieren

Der beste Neukauf ist oft der, den du gar nicht erst machst. Bevor du etwas bestellst, frag dich kurz, ob du es wirklich brauchst und wie häufig du es nutzen wirst.

Bei selten benötigten Dingen lohnt sich auch Leihen, Teilen oder Mieten. Ein Werkzeug, das einmal im Jahr gebraucht wird, muss nicht unbedingt im eigenen Keller liegen.

Auch die Lebensdauer zählt. Ein Produkt, das du viele Jahre nutzt, verursacht meist weniger Emissionen pro Nutzungsjahr als ein Gegenstand, der nach kurzer Zeit ersetzt wird.

8. Kleidung länger tragen und Secondhand kaufen

Kleidung muss nicht nach einer Saison ausgetauscht werden. Wer Lieblingsstücke länger trägt, repariert oder gebraucht kauft, verlängert die Nutzung bereits hergestellter Textilien.

Secondhand-Kleidung ist eine gute Möglichkeit, vorhandene Kleidung weiterzutragen. Das funktioniert besonders gut bei Jacken, Jeans, Kleidern und anderen Stücken, die lange getragen werden.

Auch kleine Reparaturen lohnen sich. Ein neuer Knopf oder eine ausgebesserte Naht verlängert die Lebensdauer eines Kleidungsstücks.

CO2-Emissionen-reduzieren
CO2-Ausstoß verringern ist in vielen Lebensbereichen möglich.

9. Reparieren statt neu kaufen

Ein kaputtes Gerät oder ein beschädigter Gegenstand muss nicht sofort in den Müll. Prüfe zuerst, ob sich eine Reparatur lohnt.

Bei Kleidung ist das oft schnell erledigt. Auch Möbel, Fahrräder oder Haushaltsgeräte lassen sich je nach Schaden reparieren. Repair-Cafés helfen weiter, wenn dir Werkzeug oder das nötige Wissen fehlt.

Manchmal kostet die Reparatur fast so viel wie ein Neukauf. Dann lohnt sich ein Vergleich. Bei hochwertigen oder langlebigen Produkten fällt die Entscheidung häufig anders aus als bei einem billigen Gegenstand.

10. Heizenergie sparen

Schon eine etwas niedrigere Raumtemperatur senkt den Energieverbrauch. Für Wohnräume reichen häufig etwa 20 bis 23 Grad. Im Schlafzimmer darf es bei ca. 18 Grad kühler sein. 

Auch richtiges Lüften hilft beim Energiesparen. Öffne die Fenster für einige Minuten weit, statt sie über längere Zeit gekippt zu lassen. So kommt frische Luft herein, ohne dass die Wohnung unnötig auskühlt.

Wenn deine Heizung alt ist oder die Wohnung schlecht gedämmt ist, liegen die größeren Einsparungen allerdings nicht bei ein paar Grad weniger. Dann lohnt sich ein Blick auf die Heiztechnik und die Gebäudehülle.

11. Stromverbrauch zu Hause senken

Nicht jede Stromsparmaßnahme hat denselben Effekt. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf Geräte, die viele Stunden am Tag laufen.

Schalte Fernseher, Computer und andere Geräte aus, wenn du sie längere Zeit nicht brauchst. Beim Kauf neuer Haushaltsgeräte lohnt sich ein Vergleich des Stromverbrauchs (A ist die beste Energieeffizienzklasse). Ein Kühlschrank oder eine Waschmaschine läuft über viele Jahre. Der Energieverbrauch fällt deshalb stärker ins Gewicht als bei einem Gerät, das nur selten genutzt wird.

12. Waschmaschine und Spülmaschine richtig nutzen

Waschmaschine und Spülmaschine müssen nicht nach jeder kleinen Ladung laufen. Warte, bis die Maschine ausreichend gefüllt ist, und nutze das Eco-Programm, wenn es für den jeweiligen Waschgang passt.

Beim Waschen reichen bei normal verschmutzter Kleidung oft niedrigere Temperaturen. Das spart Energie, weil weniger Wasser erhitzt werden muss.

Auch der Wäschetrockner verbraucht viel Strom. Wenn es möglich ist, trockne deine Wäsche auf dem Wäscheständer oder an der Leine.

Bei der Spülmaschine gilt: Einräumen, voll laufen lassen und nicht vorsorglich per Hand vorspülen. Das spart Wasser und Energie.

13. Energieeffiziente Geräte kaufen

Wenn Kühlschrank, Waschmaschine oder Gefriertruhe irgendwann den Geist aufgeben, lohnt sich ein Blick auf den Stromverbrauch des Nachfolgers. Gerade Geräte, die jeden Tag laufen, begleiten dich schließlich viele Jahre.

Schau deshalb nicht nur auf den Preis im Laden. Ein Gerät, das jedes Jahr etwas weniger Strom verbraucht, kann über seine gesamte Lebensdauer einen deutlichen Unterschied machen. Der Jahresverbrauch auf dem Energielabel hilft dir beim Vergleich.

Trotzdem musst du einen funktionierenden Kühlschrank nicht sofort ersetzen, nur weil ein neues Modell sparsamer wäre. Die Herstellung eines neuen Geräts braucht ebenfalls Rohstoffe und Energie.

Wird ohnehin ein Neukauf fällig, ist ein niedriger Verbrauch dagegen eine gute Gelegenheit, wenn du deinen CO2-Ausstoß verringern willst. Dann lohnt sich der Vergleich besonders.

14. Ökostrom beziehen

Der Strom kommt aus der Steckdose, egal welcher Tarif dahintersteht. Beim Strommix gibt es allerdings große Unterschiede. Wenn du zu einem Ökostromtarif wechselst, unterstützt du die Stromversorgung aus erneuerbaren Energien.

Schau beim Anbieter trotzdem genauer hin. Die Bezeichnung „Ökostrom“ allein verrät noch nicht, wie der Tarif zusammengesetzt ist. Ein Blick auf Herkunft und Zertifizierung lohnt sich.

Noch einen Schritt weiter geht eine eigene Photovoltaikanlage. Sie produziert Strom direkt auf deinem Dach und kann einen Teil des Strombedarfs im Haushalt decken. Ob sich das lohnt, hängt unter anderem vom Gebäude, der Dachfläche und der Ausrichtung ab.

Eine Wärmepumpe ist ebenfalls interessant, wenn du deine Heizung erneuern möchtest. Sie passt allerdings nicht automatisch zu jedem Gebäude. In einer Mietwohnung ist ein Stromtarif mit erneuerbaren Energien meist der deutlich unkompliziertere Ansatz.

15. Papier und Verpackungen sparen

Papier gehört zu den Dingen, die sich im Alltag oft nebenbei ansammeln. 

  • Ein „Keine Werbung“-Aufkleber am Briefkasten verhindert zumindest einen Teil der unerwünschten Werbepost.
  • Bei Dokumenten kannst du prüfen, ob du sie wirklich ausdrucken musst oder digital aufbewahren kannst.
  • Auch beim Einkauf lässt sich Verpackung einsparen. Lose Lebensmittel, Mehrwegverpackungen und wiederverwendbare Taschen sind dafür praktische Möglichkeiten.

16. CO2-Fußabdruck berechnen und CO2-Ausstoß verringern

Du möchtest wissen, wo bei dir eigentlich die meisten Emissionen entstehen? Dann lohnt sich ein CO2-Rechner. 

Für die Berechnung gibst du unter anderem Angaben zu deinem Wohnen, deiner Mobilität, deiner Ernährung und deinem Konsum ein. Das dauert nicht ewig und zeigt dir, wo du deinen CO2-Ausstoß verringern kannst.

Was tun mit unvermeidbaren CO2-Emissionen?

Nicht jede Emission lässt sich vermeiden. Wenn du beispielsweise auf einen Flug angewiesen bist oder dein Zuhause noch mit einer fossilen Heizung beheizt wird, bleiben Emissionen übrig.

Hier kommt der CO2-Ausgleich ins Spiel. Du finanzierst damit ein Klimaschutzprojekt, das an anderer Stelle Treibhausgasemissionen vermeidet oder bindet.

Kompensation sollte allerdings nicht zum Ersatz für eigene Einsparungen werden. Es gilt: Erst Emissionen vermeiden, dann reduzieren und erst danach über einen Ausgleich für den verbleibenden Rest nachdenken.

CO2-Ausstoß verringern: Was bringt wirklich etwas?

Du musst deinen Alltag nicht komplett umkrempeln. Entscheidend ist, wo bei dir die größten Emissionen entstehen.

Wer häufig Auto fährt, beginnt dort. Wer mit einer Gas- oder Ölheizung lebt, schaut zuerst auf den Energieverbrauch. Bei einem hohen Fleischkonsum liegt ein großer Hebel bei der Ernährung.

CO2-Ausstoß verringern heißt also nicht, jede Kleinigkeit zu optimieren. Es geht darum, die Maßnahmen mit dem größten Nutzen zu erkennen und diejenigen umzusetzen, die zu deinem Leben passen.

Häufige Fragen zum CO₂-Ausstoß verringern

Was ist der Unterschied zwischen CO₂-Ausstoß und CO₂-Fußabdruck?

Der CO₂-Ausstoß beschreibt erst einmal nur, wie viel CO₂ verursacht wird. Beim persönlichen CO₂-Fußabdruck schaut man genauer hin: Wie viel davon geht auf das eigene Wohnen, Autofahren, Reisen, Essen oder Einkaufen zurück? So bekommt man einen ganz guten Eindruck davon, wie klimafreundlich der eigene Alltag tatsächlich ist.

Wie viel CO₂ darf ein Mensch pro Jahr ausstoßen?

Eine feste Grenze pro Person gibt es nicht. Außerdem macht es einen großen Unterschied, wo und wie jemand lebt. Wer täglich mit dem Auto pendelt, viel fliegt oder in einem schlecht gedämmten Haus wohnt, startet an einem ganz anderen Punkt als jemand ohne Auto. Statt sich an einer einzelnen Zahl festzuhalten, lohnt sich deshalb der Blick auf den eigenen Alltag: Wo entsteht besonders viel CO₂ und wo kann man realistisch seinen CO2-Ausstoß senken?

Was ist besser: CO2-Ausstoß verringern, reduzieren oder kompensieren?

Wenn CO₂ gar nicht erst entsteht, ist natürlich am meisten gewonnen. Das klappt aber nicht immer. Dann geht es darum, den Ausstoß so weit wie möglich zu reduzieren. Kompensieren sollte erst danach kommen – nämlich bei den Emissionen, die sich wirklich nicht vermeiden lassen.

Wie finde ich heraus, wo ich meinen CO2-Ausstoß verringern kann?

Das muss man nicht mühsam selbst ausrechnen. Mit einem CO₂-Rechner lässt sich recht schnell herausfinden, welche Bereiche im eigenen Alltag besonders ins Gewicht fallen und wo du deinen CO2-Ausstoß reduzieren kannst. Bei dem einen ist es das Auto, beim anderen die Heizung oder häufige Flugreisen. Und genau dort lohnt es sich dann auch, zuerst anzusetzen.

Schreibe einen Kommentar